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Lange Nacht  10.03.2012 · 23:05 Uhr
Windräder und die Umspannstation des Offshore-Windparks "alpha ventus" in der Nordsee. (Bild: AP) Windräder und die Umspannstation des Offshore-Windparks "alpha ventus" in der Nordsee. (Bild: AP)

"Ich liebe das Meer wie meine Seele"

Eine Lange Nacht über die Nordsee

Von Ursula Gaßmann

Jedes Jahr fahren allein in Deutschland Millionen Menschen zur Erholung an die Nordseeküste und auf die Friesischen Inseln oder Halligen. Man genießt die gute Luft und den Ausblick aufs Meer oder badet in einer leicht bewegten See. Dabei gibt es den Badeurlaub für das breite Publikum erst seit 150 Jahren.

Die Nordsee trägt seit Jahrhunderten zu unserer Lebenserhaltung und Lebensqualität bei.

Sie liefert Fisch, Krabben und Muscheln. Seit Jahrhunderten wird Handel betrieben - der Ärmelkanal ist heute mit der südlichen Nordsee die dicht befahrenste Schifffahrtsregion der Welt.

Erdöl und Erdgas, die unter dem Meeresboden lagern, werden abgebaut. Die Windenergie wird für die Menschen nutzbar gemacht. Neben ihrem praktischen Nutzwert ist die ungestüme Nordsee aber auch Sehnsuchtsort für die Künstler.

Heinrich Heine bekannte: "Ich liebe das Meer wie meine Seele". Doch wenn der Sturm über das Meer tobt, zeigt es sich von seiner wilden, unbezwingbaren Seite.

Unzählige Schiffe, ob kleine Fischerboote oder modern ausgerüstete Handelsschiffe, hat die Nordsee verschlungen und niemanden von der Besatzung mehr freigegeben. Seit dem frühen Mittelalter sind Sturmfluten bekannt, bei denen Tausende Menschen ertrunken sind und die die Küste und die Insellandschaft stark verändert haben.

Die Redensart "Nordsee ist Mordsee" hört man heute noch an der Küste.

In Deutschland war die letzte große Sturmflut vor 50 Jahren, im Februar 1962. Sie hat damals über 300 Menschen das Leben gekostet. Danach wurden, wie nach jeder großen Sturmflut, die Deiche erhöht und der Küstenschutz verbessert. Der Respekt vor der Nordsee ist bei Anwohnern und Seefahrern geblieben.

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