Die Mittelschicht galt lange Zeit als das Maß aller Dinge. Der Aufstieg in die Mittelschicht war das Wohlstandsversprechen des Wirtschaftswunders, und ihr gesellschaftlicher Ort war nicht nur durch das Bausparen, das Eigenheim, das Mittelklasseauto und den Jahresurlaub definiert.
Die Mittelschicht definierte sich als Leistungsträger, aber ebenso durch ihre Teilhabe an Bildung, Kultur und bürgerlichen Werten.
Die Mitte pocht auf Selbstverwirklichung, Lebenschancen und soziale Gerechtigkeit, ist politisch engagiert, pflegt Selbstständigkeit, Moral, Gemeinsinn und Wohltätigkeit.
Über die Hälfte aller Deutschen gehört soziologisch zur Mittelschicht.
In der Mitte lässt es sich gut leben, Freiheit und Freizeit, Konsum wie Konsumkritik gehören zum Mittelstand. Doch in der letzten Zeit hat ein Gefühl der Unsicherheit und Angst vor sozialem Abstieg die Mittelschicht erfasst.
Die Einkommen stagnieren, die Steuern und Preise steigen, die Rente ist nicht mehr sicher. Durch die Globalisierung und die Veränderung des Arbeitsmarktes sind Berufskarrieren und Familiengründungen schwieriger geworden. Verfolgt von "Statuspanik" grenzt man sich stärker von der Unterschicht ab und schaut skeptisch auf die reicher werdende Oberschicht.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
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