Die Langeweile ist ein Phänomen, das alle Lebensbereiche des Menschen berührt. Ihr Empfinden ist vielfach beschrieben und gedeutet worden: in der antiken Philosophie, bei christlichen Theologen in der Gestalt der sündhaften Acedia oder der Melancholie, bei den französischen Moralisten ebenso wie in jüngerer Zeit bei Kierkegaard, Iwan Gontscharow oder Emile Cioran.
Paradoxerweise erleben wir die Langeweile gerade durch das Fehlen äußerlicher oder innerer Reize als etwas sehr intensives. Diese "Windstille der Seele", wie Friedrich Nietzsche sie nannte, wirft uns erbarmungslos auf uns selbst und die verrinnende Zeit zurück. Weil die Langeweile immer subjektiv und in höchst unterschiedlichen Intensitäten empfunden wird, bleibt sie ein rätselhafter Seelenzustand zwischen Inspiration und Überdruss.
Der menschliche Umgang mit der Zeit zeigt sich auch an der Bewertung der Langeweile, die wir aus unserem Leben zu verbannen suchen oder willkommen heißen als sammelnde Auszeit unseres hektischen Alltags. Wir klagen darüber, zu wenig Zeit zu haben, sich zu langweilen ist dagegen ein Tabu der aktivistischen Gesellschaft. Ob sie nun als Wurzel allen Übels oder als Quelle wahrer Muße erlebt wird, die Langeweile steckt voller Überraschungen.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Sport aktuell vom 15. Juni 2013
Sendezeit: 15.06.2013, 22:50
Kein eigenes Sportministerium: Interview mit SPD-Politiker Thomas Oppermann
Sendezeit: 15.06.2013, 20:45
"Brasiliens Sportminister als Feuerwehrmann" - Porträt Aldo Rebelo
Sendezeit: 15.06.2013, 20:40
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