Seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts breiten sich in Deutschland Spielhallen aus. Mit schlechtem Image, dem die Spielautomatenindustrie durch moderne Spielstätten mit "Casino Flair" zu begegnen versucht.
Diverse Studien haben herausgefunden, dass besonders Glücksspielautomaten süchtig machen können. Doch ein Soziologenteam der Universitäten Dortmund und Duisburg Essen hat nun "die Kultur der Spielhallen" erforscht. Zehn Monate besuchten die Wissenschaftler Glücksspielstätten, um selbst an Automaten zu spielen. Sie wollten verstehen, was Menschen am Glücksspiel reizt. Denn alle wissen, dass man die Spielautomaten nicht beeinflussen kann, dass es reiner Zufall ist, ob man gewinnt oder nicht.
Die Soziologen fanden heraus, dass die scheinbar so nüchterne Spielhalle eine Welt voller Magie und Mythen ist. Wo unbeugsame Spieler mit ihren Geräten kämpfen, die man in einer bestimmten Weise behandeln muss, um sie auszahlungsbereit zu stimmen. Und vor allem: dass man völlig desinteressiert am Gewinn sein muss, um schließlich doch den Jackpot zu gewinnen. Und dass es beim Glücksspiel nicht so sehr um Geld geht, sondern darum, sich selbst dem Risiko auszusetzen - und es zugleich zu beherrschen, weil man im richtigen Moment aufhören kann.
Literatur:
- Jo Reichertz, Arne Niederbacher, Gerd Möll, Miriam Gothe, Ronald Hitzler: "Jackpot - Erkundungen zur Kultur der Spielhallen". VS Verlag für Sozialwissenschaften
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Beiträge zum Nachhören
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Studiozeit 18.03.2010 Internetfassung
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Neue Forschungen und Anwendungsmöglichkeiten bei Kriegstraumata
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