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Lesezeit  07.07.2010 · 20:00
Eine Verlagsmitarbeiterin räumt auf der Leipziger Buchmesse einen Stand ein. (Bild: AP) Eine Verlagsmitarbeiterin räumt auf der Leipziger Buchmesse einen Stand ein. (Bild: AP)

Neue Funken aus altem Stoff

Sabine Peters liest aus "Feuerfreund" (Teil 1)

"Er ist 59, sie ist 26 Jahre alt." "Er" heißt Rupert und ist Schriftsteller, "sie" heißt Marie und ist Praktikantin in einem Berliner Verlag. Eine aus der Gegenwartsliteratur inzwischen mehr als vertraute Konstellation steht am Anfang des neuen Romans von Sabine Peters, eine Konstellation wie aus einem neuen Buch von Philip Roth oder Martin Walser.

Doch Sabine Peters schlägt neue Funken aus diesem alten Stoff, mehr noch: Sie entfesselt Blitze. Denn anders als bei Roth oder Walser lässt die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Sabine Peters, geboren 1961 in Neuwied, ihre Liebesgeschichte in "Feuerfreund" nicht in einem katastrophalen Beziehungsdrama münden, sondern in einer Bestandsaufnahme des linksintellektuellen Denkens nach dem Mauerfall und in die behutsame Beschreibung einer 20jährigen Ehe voll bewegender Ausnahmesituationen wie von anrührenden Routinen.

Sabine Peters erzählt eindringlich, mitunter erbarmungslos, und doch nie denunziatorisch von einer ungewöhnlichen Ehe und von Traum und Schlaf der Vernunft: "Wen wollt ihr, dass ich euch losgebe, den Sozialismus oder die Barbarei? Aufjauchzend rufen die Belogenen, Betrogenen, Erschöpften und Verletzten: Die Barbarei! Du hättest Prediger werden können, sagt Marie, und er: "Ich weiß, die DDR ist ökonomisch, politisch und moralisch bankrott."

"Feuerfreund" von Sabine Peters ist ein bewegendes Buch über eine unwahrscheinliche Liebe, die Zumutung des Todes und die Mechanismen der Erinnerung.

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