"Hatte ich je zuvor ein vollkommeneres Ehepaar als Rosemarie und Bernward Hopsten gesehen?" überlegt der Ich-Erzähler in Martin Mosebachs meisterhaftem neuem Roman "Was davor geschah".
Im Lauf einiger Monate tauchen wir mit dem Erzähler in die Welt der Hopstens ein, die zu so etwas wie einer senatorischen Klasse der Bundesrepublik zählen, nehmen mit ihnen nicht nur an einem demütigenden Sommerurlaub auf Sizilien teil und erleben die Gründung einer zum Scheitern verurteilten Telefongesellschaft in Kairo, sondern erfahren nach und nach von ihren unerfüllten Wünschen und Träumen, ihren Ambitionen und Sehnsüchten. Dieser Roman leistet für unser Deutschland heute, was F. Scott Fitzgerald mit "Der große Gatsby" für die amerikanische Gesellschaft seiner Zeit geschaffen hat: Er hält uns einen Spiegel vor, in dem wir uns gelegentlich verzückt, öfter aber erschrocken selbst erkennen.
Teil 2 folgt am 22. September 2010, 20-21.30 Uhr.
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