Normalerweise ist Licht sehr flott unterwegs: Mit 300.000 Kilometern pro Sekunde rast es durch den luftleeren Raum. Doch der kosmische Temporekord gilt nur im Vakuum. In Wasser, Glas und anderen Medien breiten sich Lichtwellen gemächlicher aus. Um herauszufinden, wie stark sie sich abbremsen lassen, greifen Forscher seit 10 Jahren tief in die optische Trickkiste.
Mit beeindruckendem Erfolg. 2001 gelang es, einen Laserstrahl in einer tiefgekühlten Gaswolke komplett anzuhalten und nach kurzer Pause wieder auf die Reise zu schicken. Stopp-and-Go im Lichtverkehr. 2007 konnten US-Physiker denselben Effekt in einer Glasfaser erzielen. Praktische Anwendungen der Warteschleifen für Licht schienen plötzlich greifbar - und verlockend. Mit ihrer Hilfe, so die Hoffnung, könnten sich optische Verteilerknoten für Glasfasernetze realisieren lassen, die den weltweiten Datenverkehr auf Trab bringen.
Inzwischen hat sich die Euphorie um das langsame Licht gelegt. Fundamentale Grenzen der Technologie limitieren ihren Einsatz. Über neuartige Radar- und Mobilfunkantennen könnte sie aber doch noch den Weg in die Praxis finden.
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