"Publish or perish", veröffentliche oder geh unter, heißt es in der Wissenschaft. Wer etwas werden und auch bleiben will in der scientific community muss produzieren und publizieren. Dafür gibt es wissenschaftliche Verlage, die den Autoren die Arbeit des Setzens, Druckens und Verbreitens, aber auch ihre Verwertungsrechte abnehmen. Und damit gutes Geld verdienen. Denn ihre Kunden, zumeist Universitäten mit ihren Bibliotheken, haben keine Alternative, sie müssen die Zeitschriften abonnieren, damit die Forscher weiter produzieren und publizieren können.
Als Mitte der 90er-Jahre die ersten Arbeiten auf Forscher- oder Instituts-Homepages online gestellt wurden und etwa gleichzeitig die Verlage ihre Preise drastisch erhöhten, formierte sich eine Gegenbewegung: Open Access. Deren Ideal: sofortige kostenfreie Verfügbarkeit öffentlich geförderter Forschung im Internet, für jedermann. Open Access-Journale sollten die Macht der Printverlage brechen und auch der Gesellschaft zurückgeben, wofür sie viele Milliarden bezahlt: die Früchte wissenschaftlichen Arbeitens.
Doch auch Online-Publikationen kosten Geld, und die Forscher selbst nehmen das digitale Modell nur zögerlich an. Der Hauptgrund: Vom Renommee einer Zeitschrift, heute gemessen im so genannten "Impact-Faktor", hängt auch das Ansehen des Autors ab, der darin veröffentlicht. Erst langsam verändert sich die wissenschaftliche Publikationslandschaft. Während weiterhin große Verlage die Bibliotheken mit hohen Preisen im Würgegriff halten, sorgen mittlerweile 8000 Open Access-Journale mit teilweise beachtlichem Renommee dafür, dass immer mehr Wissenschaftler aus dem medialen Mittelalter in die digitale Neuzeit überwechseln.
Beiträge zum Nachhören
Wissenschaft im Brennpunkt
Sternzeit 12. Mai 2013
Sendezeit: 12.05.2013, 16:57
Unsichtbare Kumpel. Bakterien im Bergbau
Sendezeit: 12.05.2013, 16:30
Sternzeit 9. Mai 2013
Sendezeit: 09.05.2013, 16:57
dradio-Recorder
im Beta-Test: