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PROGRAMMTIPP DEUTSCHLANDFUNK
 
Wissenschaft im Brennpunkt  23.06.2013 · 16:30 Uhr
Der Film Rainman popularisierte das Thema Autismus für ein Massenpublikum. (Bild: picture alliance / dpa) Der Film Rainman popularisierte das Thema Autismus für ein Massenpublikum. (Bild: picture alliance / dpa)

Autist!

Eine Diagnose und ihre Wahrnehmung

 Von Lydia Heller

Was ist Autismus und wer ist Autist? Noch vor wenigen Jahren beschrieben Ärzte und Psychologen Autisten häufig noch als "Muschelkinder", die ohne jegliche Fähigkeit zur Kontaktaufnahme "in ihrer eigenen Welt" leben. In der öffentlichen Wahrnehmung waren Autisten wie "Rainman" Sonderlinge mit verblüffendem Zahlengedächtnis. Heute weiß man: beides ist möglich. Autismus beschreibt ein Störungsspektrum, in das der geistig schwer beeinträchtigte, entwicklungsverzögerte Junge ebenso gehören kann wie der lärmempfindliche IT-Spezialist, der nie auf Betriebsfeiern zu sehen ist.
 
Ging man zudem lange davon aus, dass Autismus eher selten vorkommt, verzeichnen neuere Studien etwa seit dem Jahr 2000 einen Anstieg der Fälle: Unter tausend Menschen - so Untersuchungen für Europa und Nordamerika - sind sechs bis zehn Autisten, vor allem Jungen und Männer. Jüngste Zahlen des amerikanischen Center of Disease Control vom März 2012 schätzen den Anteil autistischer Menschen in der Bevölkerung sogar auf mehr als ein Prozent - eine Steigerung um mehr als ein Fünftel gegenüber der letzten Schätzung, um mehr als drei Viertel gegenüber der vorletzten. Gesellschaftliche Kosten allein in den USA: 137 Milliarden Dollar jährlich.
 
Während Wissenschaftler nach den biologischen Ursachen autistischer Störungen suchen, nach genetischen Besonderheiten, Abweichungen in Hirnentwicklung und Hirnstrukturen von Autisten und validen Möglichkeiten, solche zu diagnostizieren und zu behandeln - beanspruchen Autisten zunehmend für sich, nicht als "therapierungsbedürftige Kranke" sondern als "Andere" innerhalb einer "neurologischen Vielfalt" wahrgenommen zu werden. Unternehmen wie Auticon oder Specialisterne, die Autisten in Jobs vermitteln, zeigen, dass Autisten in einer barrierefreien Umgebung zu hohen Leistungen in der Lage sind. Wie also unterscheiden sich Autisten - voneinander und von typisch entwickelten Menschen? Inwiefern sind sie krank? Und inwiefern sind wir alle ein bisschen autistisch?

Einen ersten Eindruck vermittelt der Programmtipp:

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