Morgens im Badezimmer. Blendend weiße Kacheln, transparenter Duschvorhang. Klares Wasser aus dem Duschkopf. Doch schauen Sie einmal genauer hin. An der Schlauch-Innenwand ein feiner Belag, mit bloßem Auge kaum zu sehen. Es fühlt sich glibberig an. Es lebt!
Was sich da still und heimlich im Duschschlauch angesiedelt hat, sind Bakterien, und die leben am liebsten im Schleim. "Biofilme" nennen Forscher das Gebilde und meinen damit hauchdünne Schichten, die überall dort auftreten, wo Flüssigkeit auf Oberflächen trifft. Auf Steinen im Bach und im Gulli, auf Ihren Zähnen und leider auch auf Hüftprothesen tun sich die winzigen Bakterien zu Gemeinschaften zusammen, schützen sich, treiben Handel und versorgen sich - bis die Ressourcen knapp werden. Dann werden sie auch schon einmal zu Kannibalen und fressen sich gegenseitig auf.
Erst seit einigen Jahren können Forscher das Innenleben der Biofilme beschreiben. Was sie finden, ist eine Welt für sich: ein Universum aus Schleim.
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