Die Geschichten der Story Dealer zeigen auf, wie brüchig unsere Unterscheidung zwischen Fantasie und Realität ist. (Bild: Stock.XCHNG / Linden Laserna)
Auf dem Berliner Ku'damm wird die Weltmeisterschaft im Kanalangeln ausgetragen; während eines Philosophie-Kongresses in Heidelberg kursiert die Parole, einer der Referenten sei ein Hochstapler, ein Ei wird gemeinschaftlich bebrütet, um Neues auf die Welt kommen zu lassen - die "Story Dealer" haben zugeschlagen.
1988 gegründet von dem Soziologen Hans Geißlinger und dem Aktionskünstler Ernst Handl, konstruieren die "Story Dealer" unter Einbeziehung eines zumeist ahnungslosen Publikums Denklandschaften und neue Wirklichkeiten.
Die Auftraggeber dieser Projektgruppe: internationale Konzerne, Kongressveranstalter, Management, aber auch Träger der freien Jugendhilfe. Ziel: "wahrheitsfördernde Falschheit" herzustellen, die unbewusste Grundannahmen unserer Wahrnehmung in Frage stellen, um auf spielerische Weise einen Erkenntnisgewinn zu erzeugen.
Dabei sind die "Story Dealer" keine Klamauk-Agentur: Ihre Projekte sind aufwendig und bis ins kleinste Detail geplant, ihre Geschichten zeigen auf, wie brüchig unsere Unterscheidung zwischen Fantasie und Realität ist - und wie schnell es geht, dass selbst Fachleute die haarsträubendsten Erfindungen kritiklos übernehmen.
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