Moskauer Punkband Pussy Riot während ihrer Aktion in der Erlöser-Kathedrale (Bild: picture alliance / dpa)
Als im vergangenen Jahr die Punk-Aktivistinnen von Pussy Riot wegen eines unangemeldeten Auftritts in der Moskauer Erlöserkathedrale verurteilt wurden, war das nur der vorläufige Höhepunkt eines russischen Kulturkampfs.
Schon vorher waren Ausstellungsmacher, Künstler und Kuratoren wegen angeblicher Verletzung der Gefühle Gläubiger, Gotteslästerung oder Agitation gegen die russische Nation verfolgt und verurteilt worden.
Als etwa 2003 vom russischen Episkopat inspirierte Vandalen die Ausstellung "Vorsicht Religion" zerstörten, wurden nicht sie, sondern die Macher der Ausstellung auf die Anklagebank gesetzt.
Ähnlich erging es 2007 den Verantwortlichen der Ausstellung "Verbotene Kunst". Auch sie wurden in einem von Kampagnenjournalismus begleiteten Schauprozess verurteilt.
Der Schweizer Theatermacher Milo Rau brachte diese Auseinandersetzung, bei der vom Putin System unterstützte nationalklerikale Fanatiker und Vertreter engagierter Kunst um die Freiheit der Kunst streiten, im März dieses Jahres im Moskauer Sacharow-Zentrum auf die Theaterbühne.
In einem Gerichtsdrama befragten wirkliche Staatsanwälte und wirkliche Verteidiger russische Künstler und Kunstkritiker, Aktivisten der Orthodoxie und Unterstützer des Systems Putin nach den Motiven und Zielen ihres Engagements.
DLF 2013
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