Ab 1. August 2013 haben alle Eltern ab dem ersten Lebensjahr ihres Kindes einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kita oder der Tagespflege. Längst erweist sich die von der Bundesregierung geschätzte Ausbauquote von 33 Prozent als überholt.
In den Metropolen verlangen 60 oder 70 Prozent der Eltern ein Angebot von ihrer Kommune. Die bauen deshalb nicht nur aus. Sie erfinden Not- und Übergangslösungen, um der gefürchteten Klagewelle zu entgehen: Sie stopfen zusätzliche Kinder in die sowieso oft schon vollen Kindergruppen, schlagen ein "Platzsharing" vor, nehmen jeden als Betreuungskraft.
Das ist fatal für die Kleinsten. Angewiesen auf stabile, neugierige, freundliche Bezugspersonen, werden die Ein- bis Dreijährigen um wichtige Lernerfahrungen betrogen. Fatal ist es aber auch für die Erzieherinnen und wenigen Erzieher.
Sie sehen sich immer mehr in einem Dilemma zwischen hohen Ansprüchen, schlechten Bedingungen und geringer Wertschätzung. Viele werden müde und brennen aus. Auch wenn der quantitative Ausbau der Kinderbetreuung eine Erfolgsgeschichte werden sollte, die Sorge um gute Bedingungen für die Jüngsten besteht nach wie vor.
DLF 2013
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