In der Sendereihe "Artikel 19" machte der Deutschlandfunk in Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" regelmäßig auf die Schicksale bedrohter, verfolgter und ermordeter Journalisten aufmerksam. Der Name der Rubrik "Artikel Neunzehn" bezieht sich auf die Genfer Menschenrechtskonvention, die alle Mitgliedsstaaten der UNO unterzeichnet haben. In Artikel 19 garantieren alle Unterzeichnerstaaten die allgemeine Meinungs- und Informationsfreiheit. Und doch ist in etwa 150 Ländern die Pressefreiheit in Gefahr oder überhaupt nicht gewährleistet, werden dort mißliebige Journalisten und Schriftsteller bedroht, inhaftiert oder umgebracht. Rund 600 Journalisten wurden in den vergangenen zehn Jahren wegen ihrer Veröffentlichungen oder in Ausübung ihres Berufes ermordet. Weltweit sind nach Erkenntnissen der Organisation "Reporter ohne Grenzen" ständig rund 100 Journalisten in Haft.
Er galt als Musterschüler der westlichen Welt: Micheil Saakaschwili, Präsident von Georgien. Bis zum 7. November: An dem Tag ließ die Regierung eine Kundgebung der Opposition brutal auflösen. Am selben Tag verhängte die Regierung den Ausnahmezustand und ließ den Fernsehsender Imedi TV schließen. Zwar ist der Ausnahmezustand in Georgien inzwischen wieder aufgehoben, doch Imedi TV - auf Deutsch "Hoffnung" - bleibt weiter abgeschaltet.
Laut jüngstem Bericht der Organisation "Reporter ohne Grenzen" gehört der Iran zu den 20 Ländern weltweit mit der geringsten Pressefreiheit. Tatsächlich riskieren Schriftsteller und Journalisten in der Islamischen Republik, Repressalien ausgesetzt zu werden, sofern sie nicht als Sprachrohr der herrschenden Ideologie fungieren wollen. Verstärkt rücken Online-Dienste in das Visier der Zensur.
Die Lage der Journalisten im Gaza-Streifen hat seit der Zweiteilung der innerpalästinensischen Politik sehr gelitten. Die Hamas im Gaza-Streifen ist ohne Weiteres bereit, gegen politische Gegner mit Gewalt vorzugehen. Auf der anderen Seite herrscht in Ramallah die Fatah und sieht der Gewaltanwendung im anderen Teil der Palästinensergebiete tatenlos zu, weil es ihr nutzt.
Während des Sommers wurden in Marokko im Zweiwochentakt unabhängige Journalisten verhaftet und verurteilt, wurden kritische Publikationen gleich von der Druckerei weg in kompletter Auflage beschlagnahmt. Internationale Journalistenorganisationen halten die Vorwürfe für unhaltbar politisch motiviert. Mustafa Hurmatallah wurde zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Der Vorwurf: Geheimnisverrat an potenzielle Terroristen.
Im westafrikanischen Sierra Leone hat sich mit dem Ende des Bürgerkriegs 2002 eine relativ stabile Demokratie entwickelt. Vordergründig besteht sogar eine ausgeprägte Pressefreiheit, zumindest im Hinblick auf die Anzahl der verschiedenen Medien. Doch die Presselandschaft gilt vielen als regierungshörig und korrupt.
"Nein zur Diktatur, ja zur Demokratie", riefen tausende Demonstranten in Venezuela. Sie befürchten, ihr Präsident Hugo Chávez könnte eine Diktatur errichten. Dass Ende Mai dem traditionsreichen Fernseh-Sender RCTV die Lizenz für seine Antennen-Frequenz nicht verlängert wurde, sehen sie als Fanal.
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Deutschlandfunk
Türkei: Unruhen bis zum Morgen, neue Demos angekündigt
Sendezeit: 16.06.2013, 13:06
Schmalspurbahn in Lettland
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
Kulturinsel Einsiedel
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
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