Doch der Lehrstuhl an der Uni Klaipeda leistet seit seiner Einrichtung im Jahr 1992 Pionierarbeit im Kleinen. Rund 100 Studierende hat er inzwischen zu verbuchen. Dozenten aus dem Ausland unterstützen bei der Arbeit. Aber er ist halt immer noch der einzige seiner Art
in ganz Litauen. Kate Maleike berichtet:
Als ich gehört habe, dass ich nach Litauen soll, dass ich nach Klaipeda gehen soll, ehemals Memel, da dachte ich -hm- ..wo könnte das liegen und da hab' ich das versucht in meinem Kopf so langsam einzuordnen und kriegte nach und nach mehr Informationen, dass es Litauen ist und im Baltikum. Und ich muss gestehen, ich wusste nicht , ob Litauen nun südlich oder nördlich von Estland liegt. Das war mir alles sehr fern und na ja, die Reaktionen von meiner Familie und von meinen Freunden war auch sehr zurückhaltend könnte man sagen. Dass sie meinten, oh, das ist so weit weg und musst Du da unbedingt hin. Aber, es lohnt sich sehr, es ist ein sehr schönes Land, sehr nette Menschen hier.
Dass es Corinna Kollditz nach ihrem Studium in Hamburg nun hierher, an den Lehrstuhl für evangelische Theologie an der Uni Klaipdea gezogen hat, das war ursprünglich gar nicht ihre eigene Idee:
Ich bin von meiner Kirche hierher geschickt worden. Ich will Pastorin werden und warte jetzt auf einen Vikariatsplatz: Und da hat mir meine Kirche gesagt, dass hier eine tolle Arbeitsstelle ist und das stimmt auch.
Hauptsächlich arbeitet sie in der Bibliothek oder unterrichtet die Studierenden in Deutsch. Besonders gut gefällt ihr bei diesem Aufenthalt im Ausland der Austausch mit anderen Theologen, Außerdem, sagt sie, sei es sehr interessant zu sehen und zu erleben, wie unterschiedlich die Kirchen in Litauen und Deutschland seien:
Ich erlebe das hier so, dass die Lutheraner immer besonders stark zusammenhalten. Die Gemeinden sind sehr gefestigt untereinander und man unternimmt sehr viel miteinander. Vielleicht noch mehr als in Norddeutschland, wo es normal ist, dass man evangelisch ist. Und das ist hier 'was Besonderes, dadurch hält man zusammen.
Inhaltlich stehe für die rund 100 Studierenden in Klaipeda ungefähr das gleiche auf dem Lehrplan wie für die Theologie-Studierenden in Deutschland, sagt Corinna Kollditz, aber
Vielleicht könnte man sagen, dass man hier nicht so sehr in die Tiefe geht in den einzelnen Fächern, weil man nur vier Jahre studiert. In Deutschland sind es mindestens sechs Jahre.
Auch Gesang will hier gelernt sein. Nebenan, im Auditorius 1, proben Studierende gerade mit ihrem Professor. Auch Friedrich Helms muss gleich in die Vorlesung, ihm gefällt die Arbeit hier an der Uni Klaipeda ebenfalls sehr gut: Aber es ist nicht nur die Begeisterung bei der Arbeit, die ihn hierher zieht.
Bei mir hängt es zusammen damit, dass meine Frau im alten Ostpreußen, geboren wurde und von daher schon eine gewisse innere Beziehung hierher nach Klaipeda und in die diese Gegend da war.
Friedrich Helms ist schon zum dritten Mal hier und damit nicht der einzige Dozent aus dem Ausland, der den Lehrstuhl mit seiner Arbeit unterstützt.
Amerikaner einmal von der Missouri-Synode sind vertreten. Aber der Kontakt zu Deutschland, sowohl zu reformierter als auch von evangelischer Seite aus, ziemlich stark. Und auch die Unterstützung wird von Deutschland sehr, sehr stark hier hinübergebracht.
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Campus und Karriere 25.05.2012, komplette Sendung
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Hochschulstart funktioniert - stark eingeschränkt
Sendezeit: 24.05.2012, 14:50
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