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28.09.2004
Bei dem Projekt soll der Service von Internet-Portalseiten verbessert werden (Bild: AP) Bei dem Projekt soll der Service von Internet-Portalseiten verbessert werden (Bild: AP)

Service von Internet-Portalseiten verbessern

Projekt der FH Bochum wird mit 1,9 Millionen von der EU gefördert

Von Christiane Krüger

Seit Anfang August koordiniert die Fachhochschule Bochum ein Forschungsprojekt. Mit knapp 1,9 Millionen Euro wird es von der Europäischen Union gefördert. Es ist damit eines der größten in Nordrhein-Westfalen, für das eine Fachhochschule die Führung übernommen hat. Die Partner des EU-Projekts trafen sich Mitte September in Bochum.

Zum ersten Mal sitzen alle beteiligten Projektmanager zusammen. Manche sind weit gereist. Sie kommen zum Beispiel aus Ungarn, Finnland oder Spanien. Sonst kommunizieren die Partner aus Industrie und Wissenschaft fast nur über das Internet. Sechs Wochen nach Projektstart kann Friedbert Pautzke, Professor an der Fachhochschule Bochum, seine jungen Kollegen endlich persönlich begrüßen. Die meisten sind um die 30 Jahre alt. Pautzke koordiniert das Forschungsvorhaben mit dem Namen "INFRAWEBS". Er nennt einige Gründe, warum gerade dieses Projekt eine EU-Förderung erhielt:

Die EU verfolgt mit der Genehmigung von Anträgen immer auch politische Ziele und zwar insbesondere auch die Integration verschiedener Partner aus verschiedenen Ländern. Wir sind eben ein Konsortium von elf Partnern aus acht europäischen Ländern und zum anderen dann auch assoziierte Staaten der EU zu beteiligten, in unserem Fall Bulgarien, die wahrscheinlich ab 2007 dann zur EU gehören.

Forscher, Projektmanager und Programmierer aus Hochschulen, Forschungsinstituten, mittelständischen Unternehmen und der Industrie arbeiten gemeinsam daran, die Servicemöglichkeiten von Internet-Portalseiten zu verbessern. Professor Pautzke erläutert, wie sich die Partner motivieren.

Ein wichtiger Faktor ist natürlich das Geld. Wir haben gemeinsam ein Budget und obwohl der Koordinator den EU-Vertrag unterschreibt, ist das gesamte Konsortium für dieses Projekt verantwortlich und haftet auch für das Projekt. Das heißt, jeder Partner erhält für seine Tätigkeit eine gewisse Summe Geld und wie im geschäftlichen Verkehr sonst auch ist die wesentliche Motivation natürlich für die Universitäten und Institute sich zu finanzieren, die Wissenschaft
zu finanzieren und für die industriellen Partner ist das ein Geschäft wie jedes andere auch.


Die beteiligten Unternehmen wollen mit dem entwickelten Produkt Geld verdienen. Doch worum geht es da eigentlich genau? Der Düsseldorfer IT-Berater Hans Joachim Nern hat das Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Er versucht, das angestrebte Ergebnis für den Laien verständlich zu erläutern. Ausnahmsweise mal nicht in der Arbeitssprache Englisch.

In Deutsch? Das ist nicht so einfach. Das Ergebnis des Projektes wird eine Software-Plattform sein, mit der man maschinenlesbare Dienste im Internet platzieren kann. Das Wichtige hierbei, dass eben die aufgrund der Maschinenlesbarkeit der Internetdienste auch eine Komponierbarkeit der Dienste gewährleistet ist, so dass sich die Vision des eigentlichen Internets als ein automatisierbares Netzwerk umsetzen lässt.

Ein Anwendungsbeispiel: Wenn Sie von Düsseldorf nach Athen reisen möchte, geben Sie diese Daten in die Plattform ein. Das neue Programm sucht automatisch nach Diensten, die im Zusammenhang stehen. So bietet Ihnen die Plattform nicht nur Informationen über den Flug, sondern beispielsweise auch über Hotels in Athen, Einreisebestimmungen und Impfungen. Die Forscher müssen in 30 Monaten das Programm entwickelt haben. Dass am Ende ein Ergebnis vorliegt, ist Aufgabe des wissenschaftlichen Leiters Nern.

Grundvoraussetzung dafür sind verschiedene Zeitpläne und Arbeitspläne als auch einzelne Arbeitspakete, die in einem workplan, in einem Arbeitsprogramm eben, definiert sind. Und wichtig auch, dass alle drei, vier Monate bestimmte deliverables, dass heißt Beschreibungen und reports, der einzelnen workpackages, Arbeitspakete, an die EU weitergegeben und evaluiert werden.

Gutachter werden die Leistung der einzelnen Partner und die Arbeitspakete zwischendurch und am Ende bewerten. So stellt die EU sicher, dass die knapp 1,9 Millionen Euro gut investiert sind. Bis zum nächsten Treffen aller Partner wird weiter fleißig im Internet gearbeitet und kommuniziert.


 
 

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