Große Begeisterung über Fussball-Ergebnisse, das ist in Deutschland nichts Ungewöhnliches. Großes Begeisterung über Forschungsergebnisse sucht man hingegen vergeblich. Es sei denn, Forschung wird unterhaltsam präsentiert, wie beim ersten "Science Slam" in Deutschland. Ein Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler, bei dem es darauf ankam, ein wissenschaftliches Thema populärwissenschaftlich vorzutragen.
Stephan Beer erhält Zwischenapplaus. Der junge Chemiker referiert gerade über die Ergebnisse seiner Doktorarbeit mit dem Schwerpunkt Katalysatoren für Kohlenstoff-Kohlenstoff Dreifachbindungen.
Ein Thema, das sonst wohl nur eingefleischte Chemie-Experten von den Sitzen reißen würde. Aber hier beim "Science Slam" in Braunschweig ist das anders.
Alle sieben Teilnehmer müssen ihre Forschungen allgemein-verständlich aufbereiten und das entspricht laut Organisator Markus Weißkopf und der anwesenden Professorin Antje Schwalb von der TU Braunschweig, genau den heutigen akademischen Anforderungen.
Ziel des Science Slam ist es eigentlich, dass Nachwuchswissenschaftler hier die Möglichkeit haben sich mal in einer anderen Art und Weise darzustellen. Und das zu üben, was eigentlich mehr und mehr von ihnen verlangt wird, nämlich populärwissenschaftlich und kurz ihre Themen rüberzubringen.
Ich finde das absolut gut. Zumal, wir müssen ja immer dran denken, dass wir auch über Steuergelder finanziert werden. Also müssen wir auch in der Lage sein der Öffentlichkeit zu erklären was wir machen und das muss natürlich in einer möglichst einfachen Sprache stattfinden.
So wie in den USA. Dort gehört es längst zum guten Ton, dass ein Professor auch populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht, die jeder Normalbürger versteht. Eine Haltung die sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt hat.
Auch zum Ärger des ersten "Science Slam" Gewinners Peter Vorpahl. Der Geoökologe siegte mit einem Vortrag über abrutschende Berghänge in Ecuador und plädierte anschließend für mehr wissenschaftliche Präsenz in der Öffentlichkeit.
Wissenschaftler gehören auf die Bühne, weil solche Inhalte müssen publikumswirksam transportiert werden. Also da gibt es ganz große Initiativen in letzter Zeit in der Richtung. Es gibt jede Menge Wissenschaftsblogs, wo Wissenschaft sehr publikumswirksam transportiert wird. Ich halte das für wichtig, dass junge Leute über so etwas an Wissenschaft rangeführt werden.
Und das scheinen die Veranstalter des Science Slam geschafft zu haben. Unter den etwa 100 Besuchern waren auch einige Schüler, die sich sehr interessiert zeigten.
Ich fands ganz gut, dass es ziemlich kompakt vermittelt wurde und auch einfach zu verstehen war.
Zur Wissensvermittlung taugt das glaub ich nichts, also es ist wirklich nur so grob halt.
Der Hauptpunkt war Unterhaltung, aber ich mein, Unterhaltung, bei der man was lernt ist ja auch nicht verkehrt.
Info: Der zweite "Science Slam" ist für Oktober im Haus der Wissenschaft geplant und mitmachen dürfen alle Nachwuchswissenschaftler, die sich gerade in der Endphase des Studiums befinden, promovieren, oder gerade promoviert haben.
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