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13.03.2010
Barbies Laptop zumindest ist - wie kann es anders sein - rosa.  (Bild: AP-Archiv) Barbies Laptop zumindest ist - wie kann es anders sein - rosa. (Bild: AP-Archiv)

Digitales Logbuch: Barbie

Von Püppchen und Vorgesetzten

Von Heinz Schmitz

Was unterscheidet Barbie von CEOs? Was unterscheidet Barbie von vielen Lenkern großer Konzerne? Okay, werden Sie sagen, das ist doch offensichtlich.

Aber, ich meine nicht die Figur und nicht das lange blonde Haar der Puppe aus der Spielzeugwelt. Auch nicht die figurbetonten Kleider der Plastikpuppe.

Nein, Barbie macht jetzt in IT! Und darin, darin unterscheiden sich Wirtschaftsführer und Spielzeug.

Während viele Bosse den Umgang mit Computern scheuen und die lästige Technik Sekretärinnen oder Assistenten überlassen, kommt die neuste Kreation aus der Barbie-Familie schick mit Laptop und Headset daher. Okay, IT-Ingenieur Barbie hat ein rosa Laptop, das würde zugegebenermaßen bei einem CEO als nicht stilgerecht gewertet.

Ich frage mich, ob die Initiative der Spielzeughersteller auch Auswirkung auf die Politik hatte? Unsere Bundeskanzlerin, ihres Zeichens Doktor der Physik, hat das Internet entdeckt. Wissenschaftler wie sie entdecken damit auch die Gefahren, die sich im World Wide Web verstecken. Auch die Landwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner macht sich plötzlich Sorgen wegen der digitalen Gefahren aus dem Netz. Und die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger befürwortet den jährlichen Datenschutzbrief.

Gemeint bei dieser Gefahrwahrnehmung ist natürlich nicht der gesetzlich verordnete generelle Lauschangriff gegen alle Mausklicks und Tastendrücke im Internet - die hat das Verfassungsgericht ja sowieso gekippt. Nein, selbstkritisch sind Politiker nicht.

Was plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht, ist die Erkenntnis, dass das größte Geschäftsfeld moderner Krimineller im Internet liegt. Damit sind diese eigentlich Barbie näher als die Wirtschaftsführer.

Informationstechnik ist eben nur Technik, die immer funktionieren muss. Dass bei einem Ausfall oder einem erfolgreichen Angriff von Hackern Millionenschäden für Firmen entstehen können, ist für einen echten Chef, der was darstellen will, nicht wichtig.

Er, er gibt sich nicht mit Technik ab. Dafür, dafür hat er ja demnächst seine Barbie!


 
 

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