Lange haftete Linux der Ruf des Komplizierten an. Um auch Entwicklungsländern Informationstechnik und Internet zu erschließen, startete Mark Shuttleworth das Ubuntu-Projekt. Daraus entstanden zahlreiche Varianten für unterschiedliche Anwendungsgebiete.
Peter Welchering: Herr Wimer, was steckt denn hinter der Initiative "Edubuntu"?
Ken Wimer: Naja, es gibt einen technischen Unterschied zwischen Kubuntu und den anderen Versionen: das Basissystem ist zwar immer gleich, aber die Grundeinstellungen sind unterschiedlich. Es bezieht sich eher auf einen kulturellen Unterschied, welchen Desktop man haben möchte. So ist das populärste Desktop KDE, dass in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert. Kubuntu verwendet dagegen Gnome, dass eher in anderen Kulturen populär ist, darunter etwa in Amerika und anderen. Edubuntu ist dagegen ein bisschen anders, weil es für Schulen entwickelt wurde, um auf Thin-clients zu laufen.
Welchering: Edubuntu ist für Bildungseinrichtungen weltweit gedacht, bei Kubuntu dagegen geht es ein bisschen bunter zu. Vor allem für Einsteiger, die von Windows wechseln wollen, soll das ja besonders attraktiv sein. Wo liegt dabei der Reiz zum Umstieg?
Wimer: Ich glaube, es ist sehr attraktiv, weil wir einen schlichten, sehr einfachen Desktop auf der Basis von KDE genommen haben. Von der Funktionalität ist das dem Windows sehr ähnlich, und auch, was die Interoperabilität angeht.
Welchering: Kann ich denn darauf Windows-Programme ganz einfach laufen lassen?
Wimer: Theoretisch gesehen könnte man unter "Wine" bestimmte Windows-Programme darunter laufen lassen. Am liebsten aber sehen wir, dass der Anwender völlig auf Linux-Programme umsteigt, weil unsere Lösungen und Programme mittlerweile genauso gut, wenn nicht besser sind.
Welchering: Es gibt insgesamt 2500 Anwendungen für Ubuntu. Wie bekomme ich die denn auf meinem PC?
Wimer: Man kann die ganz einfach herunterladen, die sind alle über Internet erhältlich, direkt vom Paket-Installationsprogramm. Man ruft ein Programm auf, sucht sich etwas aus und installiert es einfach.
Welchering: Kubuntu braucht hier auch eine bestimmte Hardware. Wie anspruchsvoll ist die denn?
Wimer: Eigentlich ist es gar nicht so anspruchsvoll. Wir haben verschiedene Ebenen, eben Kubuntu und Ubuntu, die basieren auf einem größeren Desktopsystem, was einen schnelleren Rechner erfordert - was aber nicht unbedingt nötig ist. Wenn man ein schlichteres System haben möchte, kann man auf Xubuntu oder Edubuntu zurückgreifen.
Welchering: Wie sehen denn die Erfahrungen der deutschen Ubuntu-Gemeinde aus?
Wimer: Zuerst kamen sehr viel von der KDE-Seite her, weil es in Deutschland entwickelt worden ist. Es ist hier sehr populär und hat sich Europa weit etabliert.
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