Motor-City ohne Motoren: Die Michigan Avenue - ungefähr eine Meile entfernt von Downtown. Praktisch autofrei. (Bild: Andreas Main)
Detroit ist leer. Detroit ist eine der bekanntesten schrumpfenden Städte der Welt. Einst war die Stadt der Motor des amerikanischen Traums, galt als die Wiege des Fortschritts. Zumindest bis in die 1950er Jahre. Damals lebten hier fast zwei Millionen Menschen. Mit dem Aufstieg des Automobils setzte die Stadtflucht ein. In den vergangenen 60 Jahren hat sich die Einwohnerzahl mehr als halbiert. Rassenunruhen, Immobilien- oder Autokrisen - es gibt viele Gründe für den Niedergang. Der Ruf ist ruiniert. Viele meiden die Stadt bis heute.
Zugleich ist Detroit rau, anziehend und kreativ. Seit ein paar Jahren ziehen immer mehr Künstler und junge Leute in die Stadt. Zwischen Brachflächen und Ruinen macht sich ein neuer Pioniergeist breit. Es sprießen Gemeinschaftsgärten und innerstädtische Farmen. Jede Eröffnung wird gefeiert - egal ob Hostel oder Café, Fahrradladen oder Off-Theater. Bildende Künstler, Musiker, Filme- oder auch Theatermacher reflektieren dieses Phänomen in ihren Arbeiten: Detroit, die rostige Autostadt - sie grünt und beginnt neu zu erblühen.
Detroit ist eine Stadt voller Widersprüche und Kontraste: Die Kriminalitätsrate ist hoch, aber man grüßt sich auf der Straße. Autopisten durchschneiden die Stadt; aber nirgendwo erscheint Fahrradfahren so sicher wie in der leeren Motor City. Supermärkte gibt es nicht mehr; dafür aber Biosalat grown in Detroit. Architekturperlen glänzen neben brennenden Baracken. Rebellische Techno-Musiker setzen auf eine bessere Zukunft. Ist das die Neuauflage des amerikanischen Traums? Auferstanden aus Ruinen?
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Der britische Musiker David Byrne lebt in den USA. Er hat die Band Talking Heads gegründet. Im September 2012 ist ein neues Album erschienen - gemeinsam mit St. Vincent. Aber David Byrne bloggt auch - und schreibt Bücher. Etwa während der Dreharbeiten zur einem Film von Paolo Sorrentino in Detroit.
Ein weiterer Artikel der deutschen Autorin Jessica Braun, der vor allem ums Urban Gardening kreist.
Die Autorin Katja Kullmann hat ein kleines Buch vorgelegt, das ihre Reiseeindrücke zusammenfasst. Es ist von der Kritik ausgesprochen positiv aufgenommen worden. Es ist eine deutsche Perspektive, die nicht jeder Detroiter teilen dürfte.
Drei Geschwister geben erstmals seit 30 Jahren wieder einen Detroit-Reiseführer heraus. Sie haben internetbasiert Tipps und Autoren zusammengetragen und wollen das Buch ohne Verlag auf den Markt bringen. Sie sind gut vernetzt. Wir haben das Geschwister-Team getroffen und sind sicher: Das Buch wird all jenen eine Hilfe sein, die spannende Detroit-Tage oder -Wochen haben wollen.
John Gallagher ist ein Detroiter Journalist, der seit Jahren über Architektur und Stadtentwicklung in Detroit schreibt. Und auch er ist hoffnungsvoll. Wie Detroit sich neu erfinden kann und es bereits tut, beschreibt er in seinem Buch Reimagining Detroit - Opportunities for Redefining an American City". Wayne State University Press (2010)
Beiträge zum Nachhören
Corso
"Mapping Manhattan" - die etwas andere Stadtplansammlung
Sendezeit: 23.05.2013, 15:52
Modistin Fiona Bennett über das Comeback des Hutes
Sendezeit: 23.05.2013, 15:39
Hörerrätsel 23.05.2013
Sendezeit: 23.05.2013, 15:25
dradio-Recorder
im Beta-Test: