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14.06.2013 · 15:05 Uhr
"Wetten, dass...?" sorgt erneut für Negativschlagzeilen. (Bild: picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd) "Wetten, dass...?" sorgt erneut für Negativschlagzeilen. (Bild: picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)

Is was!?

Der satirische Wochenrückblick

Von Klaus Pokatzky

Die einen haben sich bei der letzten "Wetten, dass ...?"-Sendung fremdgeschämt, die anderen haben einfach abgeschaltet. Abgeschaltet wurde auch der griechische Staatsrundfunk wegen zu hoher Ausgaben. Eingeschaltet hingegen hat sich das Bundesverfassungsgericht - und die Gleichstellung der Homo-Ehe verlangt.

Wetten, dass künftige Generationen an diese Woche noch zurückdenken werden? Es war die Woche der Auslaufmodelle und gleichzeitig der Zukunftsträger, wie selten eine. Ausgelaufen ist leider der griechische Staatsrundfunk, der Knall auf Fall abgeschaltet wurde. Das ist sehr schade, denn Moderatoren konnten da mehr als 300.000 Euro im Jahr kassieren, und wenn da einer den richtigen Vetter hatte, dann kriegte er 7000 Euro im Monat, wenn er nur einmal in der Woche eine Sendung gemacht hat. Das lobe ich mir, das hätte ich auch gerne.

Zumindest würde ich gerne mal bei "Wetten, dass ...?" im ZDF auftreten und dann, wie der Hollywooddarsteller Gerard Butler mir Eiswürfel in die Hose schütten und dabei den "Erlkönig" vorlesen.

"Erreicht den Zuschauer mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Fernsehen war tot."


Zukunft hat dagegen die Jugend. Das ist zwar nicht ganz neu - aber so sicher, wie meine Honorare niemals hellenistisches Niveau erreichen werden, kommt jedes Jahr eine neue Jugendstudie. Diesmal hat uns die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU mit der Erkenntnis beglückt, dass 95 Prozent der jungen Menschen in Deutschland den Begriff "Respekt" schätzen. Das sieht man auch jeden Tag bei Facebook, wenn sie sich da niedermachen.

Anderswo ist der Respekt ja eher ein Auslaufmodell. In Russland hat das Parlament nun die Schwulenpropaganda verboten, was bedeutet, dass jeder, der sich jetzt zwischen St. Petersburg und Wladiwostok outet, mit 25000 Euro bestraft werden kann. In den USA machen sie es billiger. Eine lesbische Studentin ist von einer christlichen Universität geschmissen worden und soll nun ihr Stipendium von nur 6300 Dollar zurückzahlen.

Aber die Gleichgeschlechtlichen sind auch ein Zukunftsmodell. Der nicht mehr ganz so neue Papst Franziskus hat in einem vertraulichen Gespräch erzählt, dass es im Vatikan eine "Schwulen-Lobby" gibt. Das erklärt zwar noch nicht ganz, warum alles, was der Vatikan zum Thema Schwule sagt, sehr russisch klingt - aber vielleicht gibt es ja doch eine kleine kluge Gruppe in den wallenden Kleidern, die um die Gefährlichkeit von Heterosexualität weiß: Heterosexualität führt bekanntlich zu Überbevölkerung, zu Hunger, Not und Elend. Das hat ja mittlerweile auch die CDU erkannt und streitet deshalb neuerdings - Karlsruhe muss nur ein Machtwort donnern - für die Homo-Ehe. Dabei vernachlässigt die CDU aber den besten Freund des Menschen. Und da kann Rettung nur nahen durch eine neue Koalition nach den nächsten Wahlen.

15 Abgeordnete von SPD und Grünen wollen ihre Hunde mit in ihre Bundestagsbüros bringen. Vom CDU-Bundestagspräsidenten Norbert Lammert haben sie deshalb eine Änderung der Hausordnung verlangt, die bisher nur Blindenhunde erlaubt. Der Abgeordnete Franz-Josef Holzenkampf von der CDU hat das schon gegenüber der "Bild"-Zeitung streng abgelehnt und gesagt: "Irgendwann stehen dann die Hamsterkäfige im Plenarsaal.

Das würde natürlich zu unangemessener Betriebsamkeit animieren. Das hat Zukunft. Wetten, dass das alles noch in Karlsruhe landet und die Union dann hinterher die Hamster- und Hundepflicht einführt?