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29.12.2009
Ein Obdachloser in der Frankfurter Innenstadt (Bild: AP Archiv) Ein Obdachloser in der Frankfurter Innenstadt (Bild: AP Archiv)

Überzählige

"Arge" - Erfahrungen

Von Nora Bauer

Ein verzweifelter Hartz IV-Bezieher schickt an die für ihn zuständige Behörde (ARGE) eine Morddrohung. Im Internet forderten ARGE-Vermittler die Freigabe von Organhandel als Möglichkeit zur Finanzierung des Lebensunterhalts.

"Wir leisten auch Ihnen aktive Sterbehilfe. Beantragen Sie Hartz IV bei Ihrer Arge", schrieb eine Initiative Langzeitarbeitsloser an ihre ARGE-Sachbearbeiterin. Das Verhältnis zwischen Beziehern und Bewilligungs-instanz ist überaus angespannt. Am 1. Januar 2005 trat das Hartz IV-Gesetz in Kraft. Schwer vermittelbare Arbeitslose sollten in den ersten Arbeitsmarkt zurückgeholt und ihre Betreuung durch die Mitarbeiter der Behörde verbessert werden. In Zeiten von Massenarbeitslosigkeit ein schwieriges Unterfangen. Vielfach ergibt sich ein Teufelskreis: ALG-Empfänger werden zu ALG II-Empfängern, ALG II-Empfänger entweder von Maßnahme zu Maßnahme geschickt oder aus dem Bezug gedrängt. "Überzählige" nannte Karl Marx die Menschen, die einfach nicht in die Arbeitswelt hineinpassen, die aus der Perspektive des "Systems" als sinnlos, nutzlos und zwecklos gelten, aber trotzdem unterstützt werden müssen.

Produktion: Deutschlandfunk 2009

Manuskript zur Sendung als pdf oder im Textformat.


 
 

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Überzählige - ARGE-Erfahrungen

Sendezeit: 29.12.2009 19:15

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