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04.05.2010
Das "Unsägliche" in Worte fassen.  (Bild: AP) Das "Unsägliche" in Worte fassen. (Bild: AP)

Sprachstunde null

Wie die Bundesrepublik über Juden und Israel zu sprechen lernte

Von Daniel Cil Brecher

Für die an den Juden begangenen Verbrechen fand die bundesrepublikanische Öffentlichkeit in den frühen Jahren nach dem Krieg noch keine Sprache. Das Thema wurde verdrängt oder geleugnet, und Fragen von Schuld und Verantwortung erschienen fast ausschließlich im Zusammenhang der geplanten, äußerst unpopulären Entschädigungszahlungen.

1951 appellierten Persönlichkeiten wie der Hamburger Politiker und Senatssprecher Erich Lüth zum ersten Mal an die Öffentlichkeit, endlich Worte für das "Unsägliche" zu finden und das Gespräch mit Juden und Israelis zu suchen. Lüth reiste als einer der ersten Bundesbürger 1953 nach Israel und wurde zu einem der einflussreichsten Lehrmeister einer neuen Sprache, die Deutschen ein Gespräch über Juden und die "Vergangenheit" ermöglichte.

Viele der damals geschaffenen Floskeln und spezifisch deutschen Wunschbilder spielen im deutsch-jüdischen Verhältnis noch immer eine Rolle und beeinflussen weiterhin das öffentliche Gespräch über den jüdischen Staat.




 
 

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