700 Meter zieht sich das Inselfort hin, vorn großkalibriger Geschützstandort (Bild: Robby Dannenberg)
Düstere Gewölbe, Kammern, Tunnel, 1000 Meter lang. Darüber zugewucherte Treppen, Geschützterrassen, Fensterluken in dickem Beton. Ringsum wassergrauer Horizont. Eine Festung, eine Insel - "Totleben". Fast unbekannt selbst im nahen St. Petersburg.
Ein Verteidigungsfort nach dem anderen war gebaut worden seit der Stadtgründung, künstliche Inseln aus Holz und Granit, immer weiter in den Finnischen Meerbusen hinaus. Fort Totleben war die letzte. Als wäre der Name ein Fluch, verschwand die Insel mehrfach von den Karten, zog Legenden an und Leidenschaften.
Einen Maler, der seit frühester Kindheit das verbotene Eiland liebte und sein einziger Beschützer ist. Oder einen deutschen Abenteurer, der Leningrad als Erster ein Joint Venture anbot und später, als Rache für staatlich eingefrorene Konten, die Insel mit Trockeneis besetzte. Nicht weniger spannend ist die Herkunft des Namens "Totleben": aus thüringischem Adel, der baltische Festungsbauer, russische Generäle und verwegene Romanhelden hervorgebracht hat.
Regie: Wolfgang Rindfleisch
DLF 2012
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