"Warum musste ich verantworten, was die Nazis angerichtet haben?", fragt sich Juliane Zarchi bis heute. "17 Jahre saß ich dafür. Und in Deutschland habt ihr die Wohlstandsgesellschaft gehabt." Als kleines Mädchen war sie im April 1945 zum Baumwollpflücken nach Kasachstan verschleppt worden, zusammen mit ihrer Mutter Gerta, einer Sekretärin aus Düsseldorf.
Seit etwa 1980 ist ein neues lebhaftes Interesse an dem Mystiker, Philosophen und Komponisten Gurdjieff (1866-1949) erwacht. Der Regisseur Peter Brook brachte den Film 'Meetings with Remarkable Men' heraus.
"Wenn ich einen Artikel schreibe, ruft meistens der Geheimdienst an", erzählt der junge palästinensische Journalist Ghassan Bannoura. "Mittlerweile stellen sie nur noch Fragen, vor ein paar Jahren bin ich noch von einem maskierten Trupp zusammengeschlagen worden."
Sich mit den Werken der iranischen Künstlerin Farkhondeh Shahroudi zu befassen, heißt, in eine Welt einzutreten, in der Bild und Schrift auf geheimnisvolle Weise miteinander kommunizieren: multiforme Stoffskulpturen, vielgestaltige Teppicharbeiten, fremdartig anmutende Papier- und Stoffbücher, irritierend zweckentfremdete Kleidungsstücke.
In den 60er-Jahren führte Portugal in den Kolonien Krieg gegen die Unabhängigkeitsbewegungen. Das autoritäre Salazar-Regime geriet außenpolitisch unter Druck. Zur gleichen Zeit wurden zwei schwarze Vorzeigesportler zum Aushängeschild der Metropole für eine angeblich erfolgreiche Integration von Menschen aus den Kolonien.
Im Mai 2011 reist der Schriftsteller Joachim Sartorius nach Sarajevo und entdeckt eine Stadt "gequält von Vergangenheit".
Armut und Chaos allein können den rasanten Aufstieg der somalischen Piraterie nicht erklären. Es handelt sich um organisiertes Verbrechen, das vom Clansystem begünstigt wird. Der Blick auf die Geschichte zeigt, dass Kaperei und Piratenbekämpfung immer wieder politisch instrumentalisiert wurden.
Seit der Osterweiterung der EU stellen Sinti und Roma die größte Minderheit des Kontinents. Über keine andere Volksgruppe wissen die Mehrheitsgesellschaften so wenig und glauben so viel Negatives zu kennen.
20 lange Jahre hat die Tochter des Malers Jürgen Hans Grümmer, in jungen Jahren Geheimtipp der Kölner Kunstszene, nichts von ihm gehört. Sehr langsam entdecken Vater und Tochter füreinander längst verloren Geglaubtes. Nach seinem Tod sieht Grümmers Tochter, dass sein Spätwerk die Trauer um die verlorenen 20 Jahre Gemeinsamkeit spiegelt.
Walter Frevert war der bekannteste Jäger Deutschlands. Seine Bücher sind bis heute Klassiker der Jagdliteratur. Nach dem Krieg und einer fast lupenreinen Entnazifizierung leitete Frevert das Staatsforstamt Kaltenbronn/Baden-Baden im Schwarzwald.
Der 15. August ist der Nationalfeiertag der Akadier in der kanadischen Provinz Neubraunschweig. Überall gehen die Menschen auf die Straße und machen so viel Krach wie möglich. 'Le Grand Tintamarre - Das große Lärmen' ist die trotzige Selbstbehauptung einer französischsprachigen Minderheit in Kanada, die 1755 von den Engländern verjagt wurde.
Kroatien, sagen die Kroaten, ist nicht verloren, solange wir singen und Gott loben. In Dubrovnik loben sie Gott in gleich vier Bekenntnissen. Katholische Gotteshäuser, eine serbisch-orthodoxe Kirche, eine Moschee und eine Synagoge stehen nur einen Steinwurf voneinander entfernt.
Seit dem Beginn des Irak-Krieges 2003 sitzen sie jeden Freitagnachmittag an einer verkehrsreichen Straßenecke des kleinen nordkalifornischen Städtchens Mill Valley und demonstrieren. Eine Gruppe grauhaariger Menschen - die Seniors for Peace.
Straßenprostitution ist zwar längst legal, doch allerorten geht der Kampf um sie weiter - ob in Dortmund oder Zürich, Köln oder Wien. Im Feature treten auf: die alteingesessene Sexarbeiterin gegen die neue aus Bulgarien, die Lokalpolitikerin, Frauenberaterinnen und Anwohner, das Ordnungsamt und die Polizei, Frauenversteher und Kinderbeschützer.
"Mensch gewordener Nerv. Zerplatzender Intellekt. Fakir, der sich die Nadeln gespitzter Gedanken aus dem Gehirn zieht", so begeisterte sich die Vossische Zeitung nach einem Vortrag des österreichischen Journalisten, Essayisten und Redners Anton Kuh 1920 in Berlin.
In Kiew findet im August 1942 das sogenannte Todesspiel statt. Die Betriebsmannschaft einer Brotfabrik tritt gegen eine Flakelf der deutschen Wehrmacht an. Und es passierte, was so nicht abgesprochen war: Die ukrainische Mannschaft gewinnt mit 5:3.
Härte gilt in Tschetschenien traditionell als Tugend, nur ein starker Mann kann seine Familie beschützen. Ringen ist im Kaukasus Volkssport, ähnlich beliebt sind Judo, Karate und Boxen. Die mehrfachen Olympiasieger Buwasir und Adam Saitijew werden hoch verehrt.
Beiträge zum Nachhören
Das Feature
Panorama des versehrten Glücks
Sendezeit: 25.05.2012, 20:10
Der Matador aus Mosambik
Sendezeit: 22.05.2012, 19:15
Ein- und ausgemauert
Sendezeit: 15.05.2012, 19:15
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