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04.12.2009
Zwei Quechua-Männer prügeln sich beim traditionellen Tinku-Festival in Macha, Bolivien. (Bild: AP) Zwei Quechua-Männer prügeln sich beim traditionellen Tinku-Festival in Macha, Bolivien. (Bild: AP)

Peitsche statt Knast

Kommunitäre Justiz in Bolivien

Von Gaby Weber

Am 6. Dezember wird in Bolivien gewählt. Im Land herrscht ein Klima der Gewalt: Lynchjustiz, Ritualmorde und gewaltsame Vertreibungen greifen um sich. Die Täter berufen sich auf die "kommunitäre Justiz". Und die Polizei greift nicht ein.

Im Januar ist die neue Verfassung verabschiedet worden, die das Land zu einem "plurinationalen Staat" erklärt und die traditionelle indianische Justiz der üblichen Justiz gleichstellt. Fällt diese "kommunitäre Justiz" ein Urteil - Auspeitschen, Steinigung, Vertreibung - müssen die staatlichen Stellen Amtshilfe leisten.

Für die einen bedeutet die kommunitäre Justiz mehr Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt nach 500 Jahren der Unterdrückung. Andere fürchten einen Rückfall ins Mittelalter und in den Fundamentalismus.

Produktion: Deutschlandfunk 2009


Manuskript zur Sendung als pdf oder im Textformat.


 
 

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