"Das Unerträgliche zu ertragen", empfahl der japanische Kaiser seiner Nation nach den Atombomben-Abwürfen auf Japan 1945. Erdbeben, Tsunami, drohender Atom-GAU: Wie ertragen die Japaner heute das Unerträgliche?
Für Deutschlandfunk und Deutsche Welle ist Silke Ballweg nach Tokio geflogen. Auf ihren Streifzügen spricht sie mit Japanern über ihr Leben zwischen Alltag und Angst. Silke Ballwegs Porträts einer verwundeten Nation hören Sie um 07:50 Uhr im Deutschlandfunk in der Sendung Informationen am Morgen, in der Ortszeit auf Deutschlandradio Kultur und in Globus auf DRadio Wissen. In den kommenden Tagen wird unsere Reporterin darüber hinaus täglich im DRadio Wissen-Blog einen Beitrag posten.
17.06.2013 07:50 Uhr
Tak Kohyama ist Dolmetscher der Reporterin Silke Ballweg, die für uns aus Japan berichtet. Zum Abschluss der Reihe "Die verwundete Nation" lässt er uns Deutsche ins Innere der japanischen Seele blicken: Eine Gefühlswelt, die ganz anders - und doch unserer so ähnlich ist.
Auf Erdbeben ist man in der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Japans, NHK, so gut vorbereitet wie bei keinem anderen Programm der Welt. Doch das Beben vom 11. März war und ist eine besondere Herausforderung für NHK und seinen Nachrichtenchef Yoshihiko Shimizu.
1200 Kühe stehen bei Minoru Nomura im Stall. Zusammen produzieren die Tiere 12.000 Liter Milch jeden Tag. Doch seit dem Unfall im Atomkraftwerk darf Nomura seine Milch nicht mehr verkaufen - im Gegenteil: Er ist gezwungen, sie zu vernichten.
In der Stadt Ishioka steht seit einigen Wochen ein Passivhaus nach deutschem Standard. Die Architektin Miwa Mori hat das Energiesparhaus realisiert. Sie ist auf dem Gebiet des energiesparenden Bauens in Japan eine Pionierin.
Wie die meisten Japaner fühlt sich die 26-jährige Yasuko Onuma gleich mehreren Glaubensrichtungen zugehörig. Sie sieht sich als Shintoistin und als Buddhistin zugleich, und sie hat kein Problem damit, die verschiedenen Praktiken miteinander zu kombinieren.
Tsukiji ist der größte Fischmarkt der Welt. Doch die aktuelle Krise rund um Fukushima macht auch hier nicht Halt: Es kommen viel weniger Kunden.
Mit 65 steht Gastronom Shigeru Maeda vor einem Neuanfang. Mit 2000 anderen Evakuierten ist der derzeit in einer Sportarena untergebracht und lebt von den Spenden der freiwilligen Helfer. Die Solidarität der Bevölkerung ist riesig, doch Maeda weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Zu Anti-Atomkraft-Demos kommen in Japan jetzt 1200 statt 30 Menschen. Das ist schon ein Erfolg für Masako Sawai, die seit 20 Jahren für das Citizen's Nuclear Information Center in Tokio arbeitet. Wenn die Aktivistin nach Deutschland reist, besucht sie Wackersdorf und Gorleben.
Im Flugzeug nach Tokio begegnet Silke Ballweg einem jungen Japaner, der in England an seiner Doktorarbeit geschrieben hat, als der Tsunami losbrach. Er kennt die Gegend rund um Fukushima - und weinte, als er die ersten Bilder der Katastrophe sah.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Schmalspurbahn in Lettland
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
Kulturinsel Einsiedel
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
Vidin-Calafat- Brücke
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
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