17.02.2012 19:15 Uhr
Seltene Erden und schmutzige Geschäfte
Deutschland entdeckt seine Rohstoffe wieder
Die weltweit erste Erdölbohrung wurde in Niedersachsen durchgeführt. Das Dorf Wietze, später nur noch "Klein-Texas" genannt, erlebte einen Ölrausch. An die guten alten Zeiten von vor knapp 100 Jahren konnte Deutschland nie wieder anknüpfen.
Kino, neue Turnschuhe, das neue Englischlehrbuch - manche Eltern im reichen Deutschland können ihrem Nachwuchs nicht einmal das bezahlen. Reisen, Markenklamotten, Computer, Handy oder ein Fahrrad - das alles ist für Kinder aus Armutsverhältnissen nicht drin.
Vor nicht allzu langer Zeit ist die Geschichte der Automatisierung in ein neues Stadium eingetreten. Nachdem die Maschinerie die Aufgaben des Körpers und der Sinnesorgane übernommen hatte, blieb als letztes menschliches Alleinstellungsmerkmal die Fähigkeit, Zeichen zu interpretieren und Entscheidungen zu treffen.
Die weltweit erste Erdölbohrung wurde in Niedersachsen durchgeführt. Das Dorf Wietze, später nur noch "Klein-Texas" genannt, erlebte einen Ölrausch. An die guten alten Zeiten von vor knapp 100 Jahren konnte Deutschland nie wieder anknüpfen.
Andreas W., 55 Jahre alt, sitzt seit zehn Jahren im Gefängnis, verurteilt zu lebenslanger Haft wegen Mordes an einem Geschäftspartner, eine besonders brutale und verwerfliche Tat, so das Gericht.
"Meine Pläne? Ich bin ein Wrack, geistig und physisch. Ich wäre froh, wenn ich irgendwo eine ganz kleine bescheidene Anstellung finden könnte, um nicht auf Almosen angewiesen zu sein." 1949, sie ist 54 Jahre alt, schreibt Susanne Leonhard dies einer Freundin.
Verscharrt. In Latrinen versenkt. Verwest im Bananenhain. 800.000 Menschen, meist Tutsi, wurden 1994 im ostafrikanischen Ruanda getötet. Ein Völkermord, der das Land in den Abgrund stürzte. Heute herrscht Frieden in Ruanda, aber der Genozid wirkt fort.
"Die Legalisierung von Drogen ist nur noch eine Frage der Zeit" meint Jorge da Silva, der früher Polizeichef in Rio de Janeiro war und heute Mitglied der brasilianischen Drogenkommission ist. In Lateinamerika arbeiten Politiker, Juristen und Mediziner länderübergreifend an einer Liberalisierung der Drogengesetzgebung.
Am 26. November 1936 platzt Dr. Goebbels der Kragen. Die deutsche Kunstkritik hätte vier Jahre Zeit gehabt, sich nach nationalsozialistischen Grundsätzen auszurichten. Jetzt helfe nur noch ein amtlicher Erlass.
Der Bundestag hat das Mandat für den Afghanistaneinsatz bis 2012 verlängert. Aber der Rückhalt in der Bevölkerung ist gering, die Bundeswehr hat an Ansehen verloren. Die Soldaten fühlen sich allein gelassen. Sie sind dem Prinzip von Befehl und Gehorsam verpflichtet - doch wer hört ihnen zu, wenn es um die Zwischentöne ihrer Auslandseinsätze geht?
Im Jahr 1981 überantwortet der Autor die letzte Entscheidung für oder gegen ein Kind seiner damaligen Lebensgefährtin. Von Anfang an versagt er sich, seinen Wunsch nach dem Kind auszudrücken. Beim Abbruch selbst sitzt er neben dem Geschehen.
Rund zwei Drittel der Kliniken in Deutschland haben Schwierigkeiten, offene Arztstellen zu besetzen. Deshalb greifen immer mehr Personalchefs auf Honorarärzte zurück. Nahezu 4000 selbstständig arbeitende Ärzte gibt es mittlerweile in Deutschland, und es werden ständig mehr.
Tausende von Straflagern bildeten einst den Archipel Gulag in der Sowjetunion, nur eines ist als Museum und Dokumentationsstätte erhalten: Perm 36. Hier wird die Erinnerung an die Unterdrückung der Sowjetzeit wach gehalten, zugleich ist es in jedem Sommer Treffpunkt der Jugend.
"Weltpolitik - spielend verstehen" oder "Einmal selbst Minister sein ..." - damit werben die Jugendoffiziere der Bundeswehr im Internet für POL&IS. Kürzel für "Politik und Internationale Sicherheit". POL&IS ist ein geopolitisches Plan- und Rollenspiel.
Die Lebensmittelindustrie wirbt in der Öffentlichkeit mit Bewegungsprogrammen für übergewichtige Kinder und Jugendliche. Doch mehr Sport hilft nur bedingt gegen zu viele Pfunde und dadurch bedingte Erkrankungen, wenn die Wurzel des Übels nicht gepackt wird: falsche Ernährungsgewohnheiten.
Am 11. April 1961 begann in Jerusalem der Prozess gegen den Kriegsverbrecher Adolf Eichmann. Der israelische Geheimdienst Mossad hat ihn in Argentinien aufgespürt und entführt, so wird es seit Jahrzehnten berichtet. Der Eichmann-Prozess beherrschte dann monatelang die Schlagzeilen der Weltpresse.
"Wie, der kann nicht hören? Der will nicht hören!" So die Diagnose eines Arztes, der den dreijährigen David untersucht. Es wird noch zwei Jahre dauern, bis dessen Hörbehinderung erkannt wird. Heute ist David 21, trägt ein winziges Gerät im Ohr und spricht fast so wie jeder andere auch.
Bis zu zehn Prozent der Verurteilten, deren Verfahren wieder aufgerollt werden, haben ein falsches Geständnis abgelegt, weil sie dem Druck der Vernehmer nicht gewachsen waren, schätzen Experten.
Beiträge zum Nachhören
Dossier
Mord ohne Leiche - Ein Verurteilter will seine Unschuld beweisen
Sendezeit: 03.02.2012, 19:14
Geweint hat sie nie - Susanne Leonhard und ihr Sohn Wolfgang
Sendezeit: 20.01.2012, 19:15
Kulturgespräch 30.12. "Aufreger des Jahres"
Sendezeit: 30.12.2011, 19:16
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