Nur mit einer ungeheuren Kraftanstrengung gelang es Gewerkschaften und sozialen
Bewegungen vor drei Jahren, das Unmögliche möglich zu machen und gegen erheblichen inneren und äußeren Widerstand einen der ihren, den Arbeiter Ignacio Lula da Silva aus dem armen Nordosten Brasiliens, zum Präsidenten zu küren.
Umso größer ist jetzt die Enttäuschung, dass auch unter der neuen Regierung die neoliberale Politik der 90er Jahre nahezu unverändert fortgesetzt wird, die politische Klasse in Brasilia in einem Sumpf der Korruption versinkt, das unselige parteitaktische Lavieren der Vergangenheit unverdrossen weitergeht.
Während in Ecuador und Bolivien die sozialen Bewegungen der gesellschaftlich Deklassierten die gesamte politische Klasse zum Teufel jagen wollen, Hugo Chávez in Venezuela eine "bolivarische Revolution" ausgerufen hat, stellt sich die brasilianische Linke die Frage, ob das Vertrauen in die Institutionen der Parteiendemokratie nicht ein schwerer Fehler war.
Beiträge zum Nachhören
Dossier
Mord ohne Leiche - Ein Verurteilter will seine Unschuld beweisen
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Geweint hat sie nie - Susanne Leonhard und ihr Sohn Wolfgang
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Kulturgespräch 30.12. "Aufreger des Jahres"
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