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16.03.2007
Das ehemalige Sanatorium Hohenlychen (Bild: Agnes Steinbauer) Das ehemalige Sanatorium Hohenlychen (Bild: Agnes Steinbauer)

Einmal noch Hohenlychen

Sophie Ruiz-Pipo erinnert sich an die Nazi-Zeit

Von Adolf Stock

Hohenlychen ist ein vergessener Ort. 100 Kilometer nördlich von Berlin wurde Anfang des letzten Jahrhunderts ein Sanatorium für Tuberkulosepatienten gegründet. Hier war in den zwanziger Jahren Sophies Vater Chefarzt, bis die Familie nach Neubrandenburg zog und später nach Berlin. Aus dem kleinen Davos wurde im Dritten Reich ein SS-Krankenhaus und die erste Adresse für die Nazi-Prominenz. Und von hier aus wurden die medizinischen Versuche mit Patienten aus dem Konzentrationslager Ravensbrück organisiert. Nach Kriegsende wurde Hohenlychen sowjetisches Lazarett.

Erst in der Schule hat Sophie erfahren, dass ihr Vater Jude ist. Für die Familie begann eine lange Odyssee, Sophies Mutter schützte ihren Mann in der Berliner Rosenstraße vor der Deportation, während Sophie mit französischen Zwangsarbeitern in einem Rüstungsbetrieb arbeiten musste. In den 50er Jahren ist Sophie nach Paris, in die Stadt ihrer Sehnsucht gezogen, wo sie den Maler Ruiz-Pipo geheiratet hat. Nach der Wende hat Sophie noch einmal Hohenlychen besucht und sich an ihre eigene und die monströse NS-Geschichte erinnert.


 
 

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