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19.05.2013 09:30 Uhr
Verstehe, wer kann
Samuel Beckett und seine frühe Prosa
Von Ria Endres
Samuel Beckett gehört zu den Dichtern, die uns immer wieder mit ihrem Werk herausfordern. Einer der Gründe dafür ist seine Fähigkeit, auf eine faszinierende Weise Fragen zu stellen, auf die es vielleicht keine Antwort gibt. In einer provokanten Unsentimentalität verfolgt er schon in seinen frühen Texten die Möglichkeit zu scheitern. Für ihn ist das abendländische Ich eine Mythenbildung. Schon bei der Geburt beginnt für ihn das Leben nach dem Tod. Die Theaterstücke, in denen sich seine Figuren auf ungewöhnliche Weise ihre Zeit vertreiben, sind sehr bekannt geworden. Ria Endres nähert sich aber in ihren Essays der frühen und späten Prosa Becketts, die vor allem in Deutschland fast Geheimtipps geblieben sind.
Auf der Suche nach seiner schriftstellerischen Identität liegen in der frühen Prosa Großartigkeit und Schwäche dicht nebeneinander. Die widerborstigen Texte führen in die Welt des jungen Genies, das alles wagt und Jahrzehnte später alles gewinnt. Becketts letzte Texte hingegen wirken wie Meditationen, die von lebenslangen Exerzitien herzurühren scheinen.
Die aktuelle Dauerkrise der Wirtschaftswissenschaften wirft zugleich die Frage ihrer ethischen Grundlagen auf. Eine wachsende Zahl der Ökonomen fordert so etwas wie einen Hippokratischen Eid für ihre Disziplin.
Mit seinem Roman "Imperium" ist der Schriftsteller Christian Kracht 2012 in die Schusslinie des Feuilletons geraten. Ihm wurde unterstellt, sich als literarischer Türsteher von rechtsreaktionären Gedanken zu betätigen. Inzwischen ist ein differenzierterer Blick auf das Buch möglich.
Er wollte vor allem eins: Die große Konsensblase zum Platzen bringen. Was immer Christoph Schlingensief tat, ob er Filme machte oder Aktionskunst, immer ging es ihm darum, das Unsichtbare sichtbar zu machen, das Dunkle zwischen den Bildern aufscheinen zu lassen.
Wer als anerkannter Künstler mehr als eine Disziplin beherrscht, wird gern verdächtigt, in einer der beiden eher ein Dilettant zu sein. Der Dramatiker Max Frisch beweist aber das Gegenteil, denn er war auch ein zeitweise erfolgreicher Architekt.
Kurz nach ihrem Machtantritt machten die Nationalsozialisten am 1. Mai 1933 den Tag der Arbeit zum ersten Mal als bezahlten gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Sie bedienten sich damit der Tradition der politischen Linken und warben propagandistisch um die Gunst der Arbeiterschaft.
Arno Schmidt beschrieb die Welt seiner Zeit detailliert, packte mit seiner ansteckenden Geisteshaltung seine Leser. Dabei waren dem Autor gerade die Fakten sehr wichtig, aus denen er dann Geschichten entwarf. Diese sammelte er akribisch in einem Zettelkasten.
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