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Feldpostbriefe - Lettres de poilus
»... wer fällt, der stirbt den Heldentod« Vor achtzig Jahren, am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Daran erinnert eine neue Sendereihe des Deutschlandfunk, die in Zusammenarbeit mit Radio France und dem deutsch-französischem Jugendwerk entstand. Präsentiert werden Feldpostbriefe, die Hörerinnen und Hörer uns geschickt haben. Dokumente von Begeisterung und Hingabe, von Ernüchterung und Entsetzen. Der Erste Weltkrieg im Spiegel von Feldpostbriefen, ab dem 2. November montags bis freitags um 8:20 Uhr in den "Informationen am Morgen". Im Internet haben Sie die Möglichkeit historische Begleitinformationen, mit umfangreichen Text-, Bild- und Tonmaterial zum Ersten Weltkrieg abzurufen. Daneben können Sie montags bis freitags ab 8:30 Uhr das aktuelle Manuskript nachlesen und die Sendung im RealAudio-Format anhören. 7. Sendung - 10. November Kriegsjahr 1916. Die Strategie des deutschen Generalstabschefs Erich von Falkenhayn sieht vor, England durch einen verschärften U-Boot-Krieg friedensbereit zu machen und der französischen Armee bei Verdun möglichst hohe Verluste zuzufügen: Die Wortwahl Falkenhayns: Die Franzosen "weißzubluten". Für diesen Begriff prägt sich die französische Übersetzung "saigner à blanc" ein.
Falkenhayns Plan scheitert unter hohen Verlusten
auf beiden Seiten. Verdun wird zum Symbol für die Grausamkeit
des Ersten Weltkrieges.
In dieser Zeit, im Juli 1916, entsteht ein Brief,
dessen Ursprung unbekannt ist. Er stammt vermutlich von einem
schwer Verwundeten, der in einem Lazarett liegt. Es ist ein Abschiedsbrief:
wenn Euch dieser Brief erreicht, bin ich zu einer
besseren Welt eingegangen und vielen meiner braven Kameraden durch
den Tod ins Leben gefolgt. Ich bitte Euch recht herzlich, weint
nicht um mich. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom
Liebsten, was man hat, muß scheiden. Gern, oh gern, wäre
ich wieder heimgekehrt; doch nicht wie ich will, sondern wie er,
unser großer Meister, es mir beschieden hat, so geschehe
es. Für all das gute, das Ihr in so überreichem Maße
an mir getan, dank ich Euch in dieser Stunde von ganzem Herzen
; vergelt's Euch Gott !
Alles, was ich an wertvollen Sachen bei mir habe,
einige Bücher, meine Uhr und etwa 15 Mark in Geld, werden
Euch durch meinen Freund, Georg Marx, zugehen. ...............
Nun hätte ich noch einen Wunsch meine Lieben, tragt Euch nicht mit dem Gedanken, mich in heimatlicher Erde ruhen zu lassen. Laßt mich mitten unter meinen Kameraden schlafen. Bei und um Euch bin ich dann alle Zeit. Auch Euch meine lieben kleinen Neffen und Nichtchen, meine letzten Grüße. Auch Ihr werdet Euren Onkel nicht vergessen, gelt ? Euch , meine lieben Geschwister, bitte ich, seid stark und helft unseren lieben Eltern diesen Schmerz überwinden, seid stark im Glauben. Ich habe es im schweren Granatfeuer empfunden : Gott ist unsere Zuflucht für und für. Er spendet Kraft und Mut auch in der größten Not. Weinet nicht ! Jesus sagt, er ist nicht tot, siehe er schläft nur. Auf Wiedersehen in einer besseren Welt. So grüßt Euch zum letzten Male herzinnigst Euer dankbarer Sohn, Bruder und Onkel.
Kurt " |