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Feldpostbriefe - Lettres de poilus
»... wer fällt, der stirbt den Heldentod« Begleitinformationen Flandern 1917 – Dritte Schlacht bei Ypern
Flandern wurde dreimal im Weltkrieg zum Schauplatz verheerender Kämpfe: im Herbst 1914 mit dem gescheiterten Durchbruchversuch der neu aufgestellten vierten Armee, im Frühjahr 1915 mit einer Offensive der Deutschen und in der zweiten Jahreshälfte 1917 mit der Großoffensive der Engländer, der dritten Ypern-Schlacht oder "Schlacht um Passchendaele". Die vier Monate andauernde Schlacht verwandelte die Acker- und Weidelandschaft in eine tote Wasser- und Schlammwüste, in der einzelne Betonbunker die Brennpunkte bildeten. Eigentlich beabsichtigte der englische Oberbefehlshaber General Haig bereits im ersten Anlauf Ende Juli, mit zwei Armeen den Höhenrücken von Passchendaele zu erreichen, um von dort die Deutschen von ihren U-Boot-Basen an der Kanalküste abzudrängen. Tatsächlich gab sich Haig im November mit der Einnahme des völlig in Trümmern liegenden Städtchens zufrieden, nachdem starke Regenfälle den Boden total aufgeweicht hatten. Während der Schlamm von den Soldaten als zweiter Gegner bezeichnet wurde, sprach die deutsche Führung von den Bodenverhältnissen als "Verbündeten".
Kompanien, die mit 80 Mann Gefechtsstärke antraten, bestanden nach einer Woche nur noch aus sechs bis zwölf Mann. Erschöpfte Soldaten ertranken in den Trichtern. "Rein taktisch gesehen war es Mord", urteilte ein englischer Offizier. Wenn auch beide Seiten dem Stumpfsinn der Materialschlacht sogar eine Methode abzugewinnen versuchten: auf englischer Seite durch Offensiven in kleinen Sprüngen und mit ausreichenden Reserven, die deutsche Seite durch bewegliche Abwehr aus der Tiefe, Verteidigungszonen statt -linien, Artillerieflieger zur Feuerleitung, Infanterieflieger zur Unterstützung im Erdkampf, letzteres eine Taktik, die der Angreifer mit mehr Erfolg ausübte, da er die Luftüberlegenheit besaß. In der dritten Ypern-Schlacht kamen die neueren Kriegswaffen wie Flieger und Panzer, die sich als unbewegliche stählerne Ungetüme im sumpfigen Gelände allerdings als untauglich erwiesen, erstmals massiv zum Einsatz.
Die Schlacht endete durch den Erschöpfungszustand des Siegers, hinterließ bei den deutschen Truppen einen deprimierenden Eindruck und trug zur Resignation und Hoffnungslosigkeit bei. Ein altes flämisches Volkslied, "der Tod von Flandern", wurde während der Schlacht sprichwörtlich. "Flandern 1917 bedeutete mehr als Somme und Verdun ein Kollektivtrauma", schrieb der ehemalige Artillerist Carl Zuckmayer im Rückblick. Otto Dix, ebenfalls Frontteilnehmer, malte sein Gemälde "Flandern" als Protest und Gegensatz zum heroischen Langemarck-Mythos der nationalen Rechten, die das Grauen von 1917 beschönigten.
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