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  Feldpostbriefe - Lettres de poilus

»... wer fällt, der stirbt den Heldentod«

 

Begleitinformationen

2. Patt und Stagnation 1915

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  1. Kriegsbeginn 1914
  2. Patt und Stagnation 1915
  3. Das große Gemetzel 1916/17
  4. Zeit der Entscheidung 1917/18
  5. Museen und Ausstellungen zur Westfront
  6. Literatur- hinweise
  7. Impressum
Bereits im Oktober 1914 hatte der Oberbefehlshaber der französischen Armee Joffre eine Offensive in der Champagne angesetzt, die sich bis in den Februar 1915 hineinzog, ohne jedoch den erhofften Durchbruch durch die eingegraben deutschen Stellungen zu bringen. Trotz hoher Verluste plante Joffre weitere Großoffensiven, um den Forderungen der Politiker nachzukommen, den Feind vom „heiligen Boden„ Frankreichs zu vertreiben.

Auf deutscher Seite wurde die Strategiedebatte von der Frage beherrscht, ob im Osten oder im Westen die Kriegsentscheidung gesehen wurde. Für General von Falkenhayn, der dem abgelösten Moltke als Chef der OHL gefolgt war, lag 1915 der Schwerpunkt nur vorübergehend im Osten, während er an der Westfront zunächst Reserven zu bilden gedachte. Überdies zwang die Munitionskrise, vor allem der Mangel an Artilleriegranaten, zu vorübergehendem Verzicht auf Angriffsvorhaben größeren Stils. Örtliche Angriffe dienten Stellungsverbesserungen und der Erprobung neuer Waffen wie Gas oder Flammenwerfer. Trotz der Stärke der maschinellen Defensivwaffen Artillerie, Maschinengewehre und Minen, beherrschte weiterhin das Offensivdenken die Generalität beider Seiten. Nicht Eingraben und Abwarten galt der deutschen und französischen Mentalität als angemessen, sondern der kriegerische Geist des Angriffs.

Die Antwort auf die Probleme, die der Stellungskrieg mit seinen fast uneinnehmbaren tiefgegliederten Grabensystemen mit sich brachte, war die Materialschlacht. Im Mai eröffnete Joffre eine weitere Offensive bei Arras mit einem bis dahin unbekannten mehrstündigen Trommelfeuer, um die gegnerischen Verteidigungslinien zu zerschlagen.

Im September/Oktober folgte die Doppeloffensive in der Champagne und im Artois nördlich von Arras unter Beteiligung der neu eingetroffenen englischen Divisionen. Die deutsche Führung wurde von der Wucht der feindlichen Offensive überrascht und konnte nur durch eilig nachgeführte Reserven eine schwere Krise an der Champagnefront überwinden.

Das Jahr 1915 brachte für die französische Armee die schwereren Belastungen, da die Großoffensiven nichts als Niederlagen und Enttäuschungen zur Folge hatten, während die örtlichen kleineren Unternehmungen auf deutscher Seite eher optimistisch stimmten. Für den einzelnen Soldaten allerdings galt die Erfahrung hilflosen Ausgeliefertseins, ob er nun zum Angreifen vorgeschickt wurde oder sich im stundenlangen, schweren Granatfeuer in die Grabenstellung preßte.

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