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Feldpostbriefe - Lettres de poilus
»... wer fällt, der stirbt den Heldentod« Begleitinformationen Ludendorff – Hindenburg - "Diktatur der OHL"
Erich Ludendorff hatte vor dem Krieg aufgrund seiner organisatorischen Begabung im Generalstab Karriere gemacht, war aber wegen seiner Kritik an den Mängeln des Schlieffen-Plans in Ungnade gefallen. 1914 und 1915 gelangen ihm mit dem reaktivierten Feldmarschall Hindenburg als "Gallionsfigur" eindrucksvolle strategische Erfolge im Osten, wobei vor allem die Schlacht bei Tannenberg die Reputation des Feldherrn-Duos begründete. Im Gegensatz zu Falkenhayn mußte seiner Ansicht nach nicht im Westen, sondern im Osten der Krieg offensiv geführt werden. Ende August 1916 gelang es Ludendorff, seinen Konkurrenten aufgrund der schweren Verluste bei der Verdun-Schlacht zu stürzen. 1917 erzwang Ludendorff auch die Ersetzung Bethmann-Hollwegs, der ein Gegner des uneingeschränkten rücksichtslosen U-Boot-Krieges war, durch den schwachen und einflußlosen Michaelis, um die Friedensresolutionen der Reichstagsmehrheit zu sabotieren. Die Unterschätzung der USA, deren Kriegseintritt die Folge des U-Boot-Krieges war, stellte sich bald als schwerster Fehler heraus.
Ludendorffs militärische Fähigkeiten führten zu einer Modernisierung des Krieges, zur Anpassung an die Gesetze des Stellungskrieges und der Materialschlacht. Er ließ zuerst neue taktische Vorschriften zur Verteidigung ausarbeiten, die von einer beweglichen Kampfesführung und Zusammenfassung der Waffengattungen ausgingen, danach neue Vorschriften für die Offensive, in denen er von den bisherigen stumpfsinnigen Methoden des Trommelfeuers abwich. Allerdings unterschätzte er die neuen Panzerwaffen, wohl da es bis 1917 den deutschen Truppen auf sumpfigen Schlachtfeldern meist gelungen war, die festgesteckten Tanks erfolgreich zu bekämpfen. Ab Ende 1917 wurden jedoch die weiterentwickelten Panzer von den Alliierten auf angemesseneren Untergrund erfolgreich bei Durchbruchversuchen eingesetzt.
In der politischen Praxis jedoch lief die Ernennung Ludendorffs zum "Ersten Generalquartiermeister" auf eine Art "Militärdiktatur" hinaus, wenn auch viele Eingriffe Ludendorffs im Sinn einer "totalen Mobilmachung" keine Ergebnisse brachten, da die konservativ geprägte wilhelminische Klassengesellschaft zu viel Beharrungskräfte entgegensetzte und sich Zwangsmaßnahmen sperrte. Das Rüstungsprogramm erfuhr eine außerordentliche Steigerung. Der vaterländische Hilfsdienst, vorgesehen für alle nicht in der Armee dienenden Männer, erfaßte die Bevölkerung ab 15. Lebensjahr. Insgesamt lief die Monopolisierung der Entscheidungsgewalt bei der OHL und die Totalisierung des Krieges in der ganzen Gesellschaft auf einen fast vollständigen Übergang der politischen Gewalt von der zivilen Regierung auf die militärische Führung hinaus.
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