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  1. Kriegsbeginn 1914
  2. Patt und Stagnation 1915
  3. Das große Gemetzel 1916/17
  4. Zeit der Entscheidung 1917/18
    Desillusionierung
    Brest-Litowsk
    Ludendorff
    Siegfried-Linie
    Letzte Offensive
    Waffenstillstand
  5. Museen und Ausstellungen zur Westfront
  6. Literatur- hinweise
  7. Impressum

    Sendung vom
    24.11.

    Sendung vom
    25.11.

 


Quelle: Großer Bilderatlas des Weltkrieges, Bd. 3, München 1915, S. 340
Kommentar: Zeitgenössische Karte der vergleichsweise riesigen Landgewinne bei der deutschen Frühjahrsoffensive 1918, die als letztes Wagnis der deutschen Kriegsführung angesehen werden kann. Ihr Scheitern markiert den Beginn des Zusammenbruchs der deutschen Streikräfte.

Feldpostbriefe - Lettres de poilus

»... wer fällt, der stirbt den Heldentod«

Begleitinformationen

Offensiven 1918

Ende 1917 hatte Ludendorff den Entschluß gefaßt, im Frühjahr 1918 in einer Großoffensive mit letztem Kräfteeinsatz die Entscheidung herbeizuzwingen. In sieben Nächten im März 1918 marschierten im Bereich zwischen Arras und La Fère beiderseits von St. Quentin auf 75 Kilometer Frontbreite 62 Divisionen auf, ohne daß der Gegner es bemerkte. 6 000 Geschütze eröffneten am 21. März mit einem kurzen Feuerschlag die Schlacht mit dem Decknamen "Michael". Tatsächlich gelang die Überraschung. Hinzu kamen neue Angriffsmethoden taktischer Art wie kleinere, flexiblere Stoßtrupps und die Mitführung einer großen Zahl leichter Maschinengewehre, sogenannte "Sturmbegleitbatterien" in vorderster Linie. Alle Verteidigungsstellungen des Gegners wurden durchbrochen, über 100 000 Gefangene gemacht. Da jedoch die in der Mitte vorgehende 18. Armee gegenüber den Franzosen zügiger vorankam, gab Ludendorff die ursprüngliche Absicht, die Engländer ans Meer beziehungsweise an die Küste abzudrängen, auf und einem anderen Plan den Vorzug, nämlich der Trennung der französischen und englischen Armee. Nach bis zu 80 Kilometer Geländegewinn verebbte am 30. März der Angriffsschwung.

Rückzug Quelle: Der Weltkrieg in seiner rauhen Wirklichkeit, hrsg. v. Hermann Rutz, Oberammergau 3. Aufl. 1926, S. 113
Kommentar: Bei der deutschen Frühjahrsoffensive war erstmals seit November 1914 wieder ein Durchbruchversuch gelungen und der Krieg wieder in Bewegung gekommen. Das Bild vom März 1918 zeigt deutsche Truppen beim Vormarsch und dokumentiert den hastigen Rückzug der Alliierten.

Der Durchbruch konnte nicht ausgenutzt werden, da alle Reserven verbraucht, die Truppen physisch erschöpft waren und sich die mangelnde Motorisierung sowie Versorgung der Artillerie bemerkbar machte. Dasselbe galt für alle weiteren drei Offensiven, die Ludendorff in Verkennung der Kräfteverhältnisse nunmehr noch anordnete: die sogenannten "Hammerschläge". Die dramatische Situation März bis Juni, als die deutschen Truppen noch einmal mit letzter Kraft die Marne erreichten, führte auf alliierter Seite endlich zur Einrichtung eines gemeinsamen Oberbefehls unter General Foch.

Amerikaner Quelle: Der Weltkrieg im Bild. Bd. 2: Frontaufnahmen aus den Archiven der Entente, München 1929, S. 316
Kommentar: Die Verstärkung durch US-Amerikanische Truppen war einer der Vorraussetzungen für den Erfolg der alliierten Gegenoffensiven im Sommer 1918. Das Bild zeigt amerikanische und französische Soldaten beim gemeinsamen Angriff auf Cantigny im Mai 1918.

Die Kriegswende war da. Zunehmend griffen amerikanische Divisionen in den Kampf ein. Am 18. Juli begann die alliierte Gegenoffensive. Mehrere französische Armeen durchbrachen mit über 300 Panzern die deutsche Front im Marne-Bogen, am 8. August stießen 450 britische Panzer durch die Stellung bei Amiens - der schwarze Tag des deutschen Heeres. Am 16. bis 20. August folgten weitere Angriffe, die den Zerfall des deutschen Widerstands beschleunigen sollten. Unter den deutschen Truppen machte sich nun endgültig Hoffnungslosigkeit und Kriegsmüdigkeit breit, nachdem die Vorbereitungen für die große Offensive im März noch einmal von einem überraschenden Kampfelan in der Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende getragen worden waren.

Tanks Quelle: Der Weltkrieg im Bild. Bd. 2: Frontaufnahmen aus den Archiven der Entente, München 1929, S. 286
Kommentar: Nach dem Scheitern der deutschen Frühjahrsoffensive, dem "letzten Wagnis" der deutschen Heerführung, wurde die drückende Übermacht der Alliierten an Soldaten und Material offenbar. Das Bild zeigt eine von Panzern begleitete englische Infanterieeinheit beim Vormarsch gegen die "Hindenburg-Linie" im September 1918.