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  1. Kriegsbeginn 1914
  2. Patt und Stagnation 1915
  3. Das große Gemetzel 1916/17
    Falkenhayn
    Verdun
    Somme
    Materialschlacht
    Heldentod
    Flandern
  4. Zeit der Entscheidung 1917/18
  5. Museen und Ausstellungen zur Westfront
  6. Literatur- hinweise
  7. Impressum

    Sendung vom
    12.11.

    Sendung vom
    13.11.

 

Somme Karte
Quelle: Der Weltkrieg 1914 bis 1918, im Auftrag d. Reichskriegsministeriums, Bd. 10: Die Operationen des Jahres 1916, Berlin 1936, Skizze 23

Feldpostbriefe - Lettres de poilus

»... wer fällt, der stirbt den Heldentod«

Begleitinformationen

Die Schlacht an der Somme 1916

Am 1. Juli 1916 begann an der Somme-Front die bereits seit Dezember 1915 geplante große alliierte Sommeroffensive, die zudem eine herausragende Bedeutung als Entlastungsangriff für seit Februar tobende Schlacht um Verdun gewonnen hatte. Optimismus und Strategielosigkeit kennzeichnen den Beginn der Somme-Schlacht, die hauptsächlich von dem englischen Expeditionskorps, das seit Januar durch Wehrdienstverpflichtete verstärkt worden war, getragen wurde. Mit einem einwöchigen Trommelfeuer, einem neuen Rekord an der Westfront, sollten die deutschen Verteidigungsstellungen zerschlagen werden. Dennoch wurde bereits der erste Tag der Offensive für die britische Armee zum Desaster, da die deutschen Stellungen weitgehend unversehrt geblieben waren und die Welle für Welle vorstürmenden Infanterieeinheiten im deutschen MG-Feuer zusammenbrachen. Bereits am ersten Tag hatten die Briten 60 000 Mann Verluste zu beklagen. Als dieser Durchbruchversuch nur einen geringen Erfolg einbrachte, wurde im August zum Zermürbungskrieg übergegangen, in dem es nur sprungweise um schmale Geländestücke ging. In der dritten Phase der Schlacht Mitte September fand die Offensive ihren Höhepunkt mit dem Einsatz von neuentwickelten Panzern, die zwar Panik auslösten, doch wegen ihrer Schwerfälligkeit im Trichtergelände steckenblieben.

Somme Schlachtfeld Quelle: Der Weltkrieg im Bild. Bd. 2: Frontaufnahmen aus den Archiven der Entente, München 1929, S. 111
Kommentar: Das Bild zeigt das von Schützengräben durchzogene und von Granatexplosionen verwüstete Schlachtfeld an der Somme im Oktober 1916 während eines Infanteriesturmangriffs, der durch künstlichen Nebel unterstützt wurde.

Ungeachtet der Erfolglosigkeit setzte das französische und englische Oberkommando bis Mitte November die Großangriffe fort, bis das verschlammte Gelände so gut wie keine Bewegung mehr zuließ. In den fünf Monaten der Schlacht hatten die Alliierten die deutsche Front in einer Breite von rund 30 Kilometern zehn Kilometer tief eingedrückt, rund 25 Millionen Granaten verschossen, 2,5 Millionen Mann eingesetzt und rund 750 000 Mann Tote, Verwundete und Vermißte hinnehmen müssen. Obwohl die auch deutschen Verluste 500 000 Mann betrugen und der materielle Einsatz auf alliierter Seite deren Überlegenheit für die Zukunft demonstriert hatte, wurde der Abwehrerfolg als deutscher Sieg gefeiert.

Somme Quelle: Der Weltkrieg im Bild. Bd. 2: Frontaufnahmen aus den Archiven der Entente, München 1929, S. 88
Kommentar: Das Bild zeigt die vorderste deutsche Linie im Frontabschnitt bei Frise. Sie war einer der wenigen "Geländegewinne" der Alliierten an dem so verlustreichen 1.Juli 1916.

Der Wechsel in der OHL mitten in der Schlacht von Falkenhayn zu Ludendorff hatte auch einen Wechsel in der Abwehrtaktik zur Folge, da Ludendorff zur flexiblen Tiefenverteidigung und einem verbesserten Ablösungsverfahren überging. Zur Auswirkung der Schlacht gehörte auf deutscher Seite eine deutliche Zunahme der Kriegsmüdigkeit. In England gewann die Überzeugung Boden, den Krieg nicht mehr für die Verteidigung Frankreichs zu führen, sondern für den Ehrgeiz von Politikern und Generalität. Jahr für Jahr wurde seit 1919 durch Kriegsveteranen und Soldatenverbände an den Beginn der Schlacht erinnert, die im Rückblick als "englisches Verdun" gilt.

Somme Bergung Quelle: Der Weltkrieg im Bild. Bd. 2: Frontaufnahmen aus den Archiven der Entente, München 1929, S. 85
Kommentar: Die Sommeoffensive endete für die britische Armee in einem Debakel. Bereits am ersten Tag fielen 20.000 britische Soldaten, weitere 40.000 wurden verwundet oder gefangen. Das Bild zeigt britische Soldaten beim Bergen von Verwundeten unter fortwährendem Granatbeschuß.