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  1. Kriegsbeginn 1914
  2. Patt und Stagnation 1915
  3. Das große Gemetzel 1916/17
  4. Zeit der Entscheidung 1917/18
    Desillusionierung
    Brest-Litowsk
    Ludendorff
    Siegfried-Linie
    Letzte Offensive
    Waffenstillstand
  5. Museen und Ausstellungen zur Westfront
  6. Literatur- hinweise
  7. Impressum

    Sendung vom
    27.11.

Feldpostbriefe - Lettres de poilus

»... wer fällt, der stirbt den Heldentod«

Begleitinformationen

Waffenstillstand – Kriegsende

Seit August 1918 befanden sich die deutschen Armeen an der Westfront im ununterbrochenen Rückzug von einer Auffangstellung in die nächste. Im März bis Juli betrugen die deutschen Verluste eine Million Mann. Ende September konnten die Alliierten 1 500 Panzern zur Fortsetzung ihrer Offensive bereitstellen. In der deutschen Führung vermischten sich Niedergeschlagenheit mit Realitätsflucht. Ludendorff sprach davon, daß der Krieg nicht mehr zu gewinnen sei, sperrte sich jedoch gegen die Einsicht, daß die Widerstandskraft abnahm und der Zusammenbruch kurz bevorstand.

Verwüstungen Quelle: Der Weltkrieg im Bild, Bd. 2, Frontaufnahmen aus den Archiven der Entente, München 1929, S. 346
Kommentar: Nach dem Waffenstillstand hinterließen die Kombattanten eine auf Jahre hinaus gezeichnete, verwüstete und zerstörte Landschaft. Dieses Bild zeigt das so hart umkämpfte Fort Douaumont unmittelbar bei Kriegsende. Die Aufräum-, Bergungs- und Wiederaufbauarbeiten in Frankreich dauerten noch fast 20 Jahre und sind teileise bis heute nicht vollständig abgeschlossen

Nach zwei Monaten Entschlußlosigkeit verlangte er am 29. September ultimativ das sofortige Waffenstillstandsangebot und gab die politische Initiative an die Mehrheitsparteien im Reichstag ab. Damit wältze er die Verantwortung für die Abwicklung des Weltkriegs sowie die Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen auf eine zivile Regierung ab, um sie mit dem Odium der Niederlage zu belasten. Dies bildete die Grundlage der späteren Dolchstoßlegende. Am 30. September löste Prinz Max von Baden Reichskanzler Hertling ab und bildete eine neue Regierung aus den Mehrheitsparteien SPD, Liberale und Zentrum. In einer Note an den amerikanischen Präsidenten Wilson wurde um einen Waffenstillstand auf Grundlage von dessen 14 Punkten gebeten.

Revolution

In der deutschen Öffentlichkeit wirkte das Eingeständnis der Niederlage wie ein Schock, da die Bevölkerung seit der Marne-Schlacht 1914 über die reale Lage im Unklaren gelassen worden war. Da Wilson jegliche Diskussion ablehnte, Deutschland einer unmenschlichen Kriegführung beschuldigte und in weiteren Noten auch die Abdankung des deutschen Kaisers sowie eine Änderung der politischen Herrschaftsverhältnisse verlangte, führte dies wiederum zu einem Gesinnungswandel bei der OHL. Hindenburg und Ludendorff drohten am 25. Oktober mit der Fortsetzung des Krieges. Ihrer Forderung nach einem Endkampf Deutschlands trat die neue Regierung in Berlin jedoch energisch entgegen. Am 26. Oktober folgte die Entlassung Ludendorffs. Unter dem Druck der Revolution in Deutschland, die am 28. Oktober nach der Weigerung der Matrosen, mit der Hochseeflotte zu einem letzten Gefecht auszulaufen, in Kiel ihren Ausgang nahm, rang sich Wilhelm II. zum Thronverzicht durch. Am 9. November rief Philipp Scheidemann in Berlin die Republik aus. Am 11. November unterschrieben die Vertreter der neuen Reichsregierung die Waffenstillstandsbedingungen in Compiègne, in denen unter anderem Räumung des linken Rheinufers, Bildung einer rechtsrheinischen neutralen Zone, Annulierung des Friedens von Brest-Litowsk und demilitarisierende Maßnahmen vorgesehen waren. Am 18. Januar 1919 begannen die Friedensverhandlungen in Versailles. Am 28. Juni 1919 wurde der Vertrag unterzeichnet, der von der politischen Rechten in Deutschland als "Friedensdiktat" bezeichnet wurde.

Compiègne Quelle: Großer Bilderatlas des Weltkrieges, Bd. 3, München 1915, S. 354
Kommentar: Unterzeichnung des Waffenstillstandes in einem Eisenbahnwagon im Wald von Compiègne.