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13.01.2005
In Mobilfunknetzen werden neue Konzepte von Rechtemanagement erprobt. (Bild: AP) In Mobilfunknetzen werden neue Konzepte von Rechtemanagement erprobt. (Bild: AP)

Maut für Musik

Industrie denkt an vielfältige Entgeltmodelle

Informationstechnologie. - Mit der modernen Technik wird nicht jeder Bereich des Lebens einfacher. Das Problem, wie Urheberrechte im digitalen Zeitalter gestaltet und abgegolten werden, entwickelt sich zu einem außerordentlich komplexen Feld, das sich wesentlich von der derzeitigen Regelung unterscheidet. In Berlin fand jetzt die 3. Konferenz für Digitales Rechtemanagement statt.

Bislang ist die Situation für Kunden einfach und für Rechteinhaber in vieler Beziehung unbefriedigend. Mit dem Kauf eines Buches oder einer CD erwirbt der Käufer das Nutzungsrecht auf unbeschränkte Zeit und außerdem ein gewisses Recht auf Kopien für den privaten Gebrauch. Was bei diesem Gebrauch im einzelnen privat ist und was nicht, bleibt in der Regel im Schutze einer Grauzone. Mit dem Aufkommen digitaler Medien ändert sich das grundlegend. Hier gibt es nicht mehr nur die Alternative kaufen oder schwarz kopieren, sondern hier kann der Verkäufer außerdem die Nutzungsrechte zeitlich und sachlich beschränken.

Im Mobilfunk wird derzeit bereits getestet, welche Möglichkeiten sich da bieten. So kann man sich Lieder oder auch Klingeltöne auf sein Handy herunter laden und dort abspielen, das Kopieren auf andere Geräte ist dagegen nicht möglich. Diese Differenzierung nimmt der DRM-Manager des Handys vor, eine Software, die die digitalen Rechte verwaltet und auf dem Gerät installiert sein muß, damit das Herunterladen klappen soll. Dieser Manager erhält zum einen die verschlüsselte Lieddatei und zum anderen ein so genanntes Rechteobjekt, das ihm sagt, was mit dem Lied gemacht werden darf und was nicht. Das funktioniert vergleichsweise gut, weil alle Beteiligten sich auf Standards geeinigt haben.
Dank dieser Standards sind zukünftig auch Konstellationen möglich, die derzeit noch futuristisch erscheinen. Experten befürchten allerdings, daß der Verbraucher schon bald von den komplexen Verträgen überfordert sein könnte und gar nicht mehr mitbekommt, welche Rechte er für seine Euro kauft. Probleme erwarten die Experten auch bei PCs, weil sich hier zwischen den drei verfeindeten Hauptakteuren Apple, Microsoft und Real keine Einigung auf gemeinsame Standards abzeichnet.

[Quelle: Manfred Kloiber]


 
 

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