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05.09.2006
BP-Solar fahndet nach schadhaften Photovoltaikanlagen, die ihren Betreiber gefährlich werden können. (Bild: AP) BP-Solar fahndet nach schadhaften Photovoltaikanlagen, die ihren Betreiber gefährlich werden können. (Bild: AP)

Wolken am Solarstromhimmel

Sonnenkraft-Module mit Mängeln sorgen für Aufregung

Von Mathias Schulenburg

Technik. - Zwar macht Photovoltaik - also Stromgewinnung aus Licht - an der regenerativen Energieerzeugung nur einen geringen Anteil aus, doch das Interesse und die Wachstumsraten sind mit 67 Prozent groß. Umso ärgerlicher, wenn die Anlagen unsicher und anfällig sind.

Die Bilder in der Zeitschrift Photon vom August dieses Jahres, unter der Überschrift "Ein brennendes Problem", sehen wirklich nicht gut aus: schwarz verkohlter Kunststoff, angesengte Dachlatten - die Anschlussdose eines Solarmoduls der Firma BP-Solar hatte sich erhitzt und das hätte, weil auf Dachlatten liegend, einen Brand auslösen können. Kein Einzelfall, legt der Artikel nahe. Photon und die Deutsche Gesellschaft für Solarenergie, DGS, hätten dann BP Solar auf gravierende Mängel an einigen ihrer Photovoltaikmodule aufmerksam gemacht habe, sagt Jan Kai Dobelmann, Präsident der DGS:

BP hat sich offiziell noch nicht zu den Hintergründen, den technischen Möglichkeiten geäußert und die offiziellen Stellungnahmen sind noch, dass sie derzeit noch suchen.

Sie suchen noch heute. Lötfehler aber, sagt BP Solar schon mal, werden es wahrscheinlich gewesen sein, die in einer Reihe von Modulen der Baujahre 2002 bis 2004 bei hohen Außentemperaturen zu Defekten in den Anschlussdosen führen können. Die Branche spekuliert so über die möglichen Schadensmechanismen: Womöglich sei ein Lot verwendet worden, dass gelegentlich bei Temperaturwechseln Risse bildet, was zu einem erhöhten Leitungswiderstand führt, an dem dann der Solarstrom, stärker als der in einem Bügeleisen, mächtig Wärme produziert. Oder: Der schadhafte Kontakt öffnet sich, wobei ein Lichtbogen entsteht, der so schnell nicht verlischt, weil Solarmodule Gleichstrom produzieren. Bei Wechselstrom setzt der Stromfluss hundertmal pro Sekunde kurz aus, was eventuelle Lichtbögen, etwa in Lichtschaltern, zum Erlöschen bringt, nicht so bei systembedingtem Gleichstrom. BP hält sich einstweilen bedeckt und gibt die Komplexität industrieller Lötverfahren zu bedenken. Unbeschadet der Ursachenforschung reagierte BP Solar mit einer Aufsehen erregenden, auch von Annoncen in überregionalen Tageszeitungen begleiteten Check-Aktion:

Wir sind aber jetzt so weit, dass wir die Indachanlagen alle bis auf ganz wenige überprüft haben...

sagt Claudia Braun, BP-Pressesprecherin in Bochum,

... also 95 Prozent , und haben jetzt, da wir die Ursache noch nicht so klar erkannt haben, aus Sicherheitsgründen beschlossen, diese Aktion, auch wenn das jetzt riesig sich anhört, auf alle Aufdachanlagen auszudehnen, und zwar auf Aufdachanlagen, die auf brennbarem oder entflammbarem Material sind, die also nicht auf Beton und nicht auf Metall liegen, das können noch einmal 75 bis 100 Stück sein, von, ich schätze jetzt mal, so 30.000 Anlagen. Das heißt, wir suchen hier die Stecknadel im Heuhaufen.

Das lange Schweigen über die genauen Ursachen eines möglichen Modulversagens und andere Ungereimtheiten hatten bei Betroffenen wie auch der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie den Verdacht aufkommen lassen, BP Solar wolle sich um eine faire Schadensregulierung drücken. Dieser Verdacht, sagt, Claudia Braun, sei wirklich unbegründet:

BP Solar entschädigt die Eigentümer der Anlagen für den entgangenen Energieertrag während der Dauer der Abschaltung und wird die Installateure für den Aufwand ebenfalls entsprechend entschädigen, das heißt Sicherung oder Austausch der Anlagen, Anfahrt und so weiter. So dass für den Kunden keine Kosten damit verbunden sind.

Und: BP Solar hat zugesichert, die ganze Branche über die aufgetretenen Probleme unterrichten zu wollen.


 
 

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