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12.01.2007
Rudolf Jaenisch, Stammzell- und Molekularbiologe. Rudolf Jaenisch, Stammzell- und Molekularbiologe.

Stammzellenforscher wirft Bush Blockadehaltung vor

US-Präsident will Forschung an embryonalen Zellen nicht fördern

Moderation: Grit Kienzlen

Eine Ausweitung der staatlich geförderten embryonalen Stammzellenforschung in den USA scheitert am Widerstand des US-Präsidenten Georg W. Bush. Der in den USA forschende Deutsche Rudolf Jaenisch wertete die "Blockadehaltung" als schwere Bürde für die Wissenschaftler. Im Gegensatz zu der Bush-Regierung sei die Mehrheit der Amerikaner für die Förderung der Stammzellenforschung mit Bundesmitteln, sagte Jaenisch, der zu den weltweit führenden Stammzellenforschern zählt.

Gegen den entschiedenen Widerstand von Präsident George W. Bush hat das US-Abgeordnetenhaus für eine Ausweitung der staatlich geförderten embryonalen Stammzellenforschung votiert. Nur wenige Stunden zuvor hatte Bush erneut sein Veto angekündigt, nachdem er bereits im Juli die Unterschrift unter ein identisches Gesetz verweigert hatte.

Der in den USA forschende Deutsche Rudolf Jaenisch wertete die "Blockadehaltung" des Präsidenten als schwere Bürde für die Wissenschaftler. Im Gegensatz zur Bush-Regierung sei die Mehrheit der Amerikaner für die Förderung der Stammzellenforschung mit Bundesmitteln, sagte Jaenisch, der zu den weltweit führenden Stammzellenforschern zählt. Er hoffe darauf, dass sich die Situation unter einem neuen Präsidenten ab 2009 ändere.

Die Demokraten, die seit Anfang Januar den Kongress beherrschen, hatten trotz der erwarteten Erfolglosigkeit eine Abstimmung gleich in den ersten Tagen der Legislaturperiode angesetzt, um ein politisches Zeichen zu setzen. Für das Gesetz votierten im Abgeordnetenhaus 253 Parlamentarier, unter ihnen neben den Demokraten auch 37 Republikaner, 174 waren dagegen.

Die geltenden US-Gesetze begrenzen die staatliche finanzielle Förderung auf bereits existierende Stammzellenlinien. Bush lehnt eine Ausweitung strikt ab, weil dies "mit der absichtlichen Zerstörung von Embryos zur Gewinnung ihrer Stammzellen verbunden wäre", wie es in einer Erklärung des Weißen Hauses hieß. Die Wissenschaft erhofft sich von einer verstärkten Forschung eine bessere Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson.

Das vollständige Gespräch mit Rudolf Jaenisch können Sie für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören.


 
 

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