Die chinesische Raumsonde "Chang'e 1" ist auf dem Weg zum Mond: Am Mittwoch glückte der Start einer Trägerrakete des Typs "Langer Marsch" in der südchinesischen Provinz Sichuan. Im Vergleich zu den USA steckt die Mondforschung der Chinesen zwar noch in den Kinderschuhen, doch mit dem Abschuss ist China seinem ehrgeizigem Mondforschungsprojekt einen Schritt näher gekommen.
Planmäßig hat die chinesische Raumsonde "Chang'e 1" ihren Weg zum Mond angetreten. Nur wenige Sekunden nachdem die Trägerrakete des Typs "langer Marsch" mit der Sonde an Bord abgeschossen wurde, hieß es aus dem aus Kontrollraum "Alles OK".
24 Minuten später setzte die Trägerrakete dann die Raumsonde im Weltall aus. Die Sonde Chang'e wird zunächst die Erde umkreisen, bevor sie sich auf dem Weg zum Mond macht. Anfang November soll Chang'e dort ankommen. Die Raumsonde ist mit Kameras und Röntgenspektrometern ausgestattet. Sie soll dreidimensionale Bilder des Mondes schießen und vor allem dessen Oberflächendicke exakt vermessen, sagt Chinas Weltraumexperte Ouyang Ziyuan:
Wir wollen die Dicke der Mondoberfläche vermessen, da wir so herausfinden können, wie es mit der Verteilung der Ressourcen auf dem Mond aussieht. Zum Beispiel wie viel Helium auf dem Mond vorhanden ist.
Laut Schätzungen, so der Weltraumexperte, könnten etwa eine Million Tonnen des Elements Helium-3 auf dem Mond lagern. Mit nur drei Tonnen Helium-3 könnte China seinen Strombedarf eines Jahres decken, erklärt Ou Yang Ziyuan weiter:
Viele Länder interessieren sich heute für Helium. Vielleicht wird Helium in 30 oder 50 Jahren sehr wichtig werden. Es wird vielleicht das Element mit dem man nuklear Energie in der Zukunft gewinnt. Wir wissen nicht genau, wie viel Helium sich auf dem Mond befindet. China will versuchen die genauen Daten zu liefern.
Die Ressourcen des Mondes auf die Erde zu bringen, wäre allerdings bislang noch ein unglaublich teures Unterfangen.
Der Erkundungsflug der Sonde gilt als erster Schritt eines ehrgeizigen, chinesischen Mondprogramms. Im Jahr 2012 will China ein Fahrzeug auf den Mond schicken und mit Hilfe eines Roboters Gesteinproben zurück zur Erde bringen. Für das Reich der Mitte ist die Mondforschung ein Prestigeobjekt, das auch in militärischer Hinsicht wichtig ist, sagte der Pekinger Weltallforscher Liang Guozhu:
In der Vergangenheit war das Militär zu Lande, auf dem Meer und in der Luft wichtig. In der Zukunft wird für das Militär auch der Weltraum immer wichtiger werden. Unser Mondsondenprojekt hilft uns also auch dabei, dass wir die militärische Stärke unseres Landes erhöhen.
Anders als im Jahr 2003 als China seinen ersten bemannten Raumflug startete und das Fernsehen pausenlos Jubelberichte ausstrahlte, lief der Abschuss der Raumsonde ruhig ab. Im Fernsehen waren keine feiernden Menschen zu sehen, sondern nüchterne Expertenrunden und immer wieder Bilder der im All kreisenden Sonde.
Beiträge zum Nachhören
Forschung Aktuell
Sternzeit 10. Februar 2012
Sendezeit: 10.02.2012, 16:57
Haihaut im Strömungskanal
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Schon vor 3000 Jahren rodeten Menschen den Regenwald
Sendezeit: 10.02.2012, 16:45
dradio-Recorder
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