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29.08.2010
Nicht immer geht Reden ohne Probleme. (Bild: AP) Nicht immer geht Reden ohne Probleme. (Bild: AP)

Redefluss mit Stromschnellen

Eine Kulturgeschichte des Stotterns

Von Ulrike Klausmann

Stottern ist im Radio selten zu hören. Sprechblockaden und -stolpereien werden möglichst herausgeschnitten, denn sie gelten als Zeichen von Unbeholfenheit, Unehrlichkeit oder gar Dummheit. Die Figur des Stotternden als Trottel hat sich in Literatur- und Filmgeschichte etabliert.

Dabei gibt es stotternde Wissenschaftler, Politiker und Künstler, denen gerade die Auseinandersetzung mit ihrer Sprachbehinderung zu außergewöhnlichem Erfolg verholfen hat. Demosthenes redete mit Kieselsteinen im Mund gegen die Meeresbrandung an und wurde zum größten Redner Griechenlands; Robert Wilson entdeckte in seiner Sprachtherapie die Langsamkeit, die seine Theater- und Filmarbeit unverwechselbar macht. Der Musiker "Scatman" John Larkin verwandelte sein Stottern in Scat-Gesang. In einem Interview sagte er: "Vielleicht kommen Stotterer auf die Welt, um die anderen Menschen langsamer zu machen. Es geht alles so verdammt schnell, wo gehen wir eigentlich hin? Wozu diese Eile?"


 
 

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