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19.02.2012
Minirock und lange Haare waren in den 60-er Jahren angesagt. (Bild: RIAS-Tismer) Minirock und lange Haare waren in den 60-er Jahren angesagt. (Bild: RIAS-Tismer)

Die Sprache der Kleider

Von offiziellen Kleiderordnungen und inoffiziellen Dresscodes

Von Cornelia Braun

Im Paradies waren Adam und Eva unschuldig und nackt. Erst nach Sündenfall und Vertreibung bedeckten sie ihre Körper - nicht nur, um sich gegen die Witterung zu schützen, sondern auch, um den sexuellen Aspekt des Körpers zu neutralisieren.

Die Vermeidung von Erotik und Begehren ist eines der Gestaltungsprinzipien von religiösen Kleiderordnungen. Am anderen Ende der Skala bemüht man sich mit Reizwäsche, das Erotikpotenzial des Körpers zu entfalten.

Unabhängig von der Art der Verhüllung schaffen Kleider eine symbolische Ordnung, wenn sie die Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen signalisieren.

Das gilt für offizielle Uniformen und religiöse Trachten genauso wie für die halb offiziellen Dresscodes der globalisierten Geschäftswelt.

Daher wird der Protest gegen den gesellschaftlichen Mainstream oft auch durch einen Verstoß gegen die Kleiderordnung ausgedrückt: in den 60er-Jahren durch Minirock und lange Haare, in den 80er-Jahren durch Turnschuhe im Parlament.


Regie: Uta Reitz
DLF 2008


 
 

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