Im Paradies waren Adam und Eva unschuldig und nackt. Erst nach Sündenfall und Vertreibung bedeckten sie ihre Körper - nicht nur, um sich gegen die Witterung zu schützen, sondern auch um den sexuellen Aspekt des Körpers zu neutralisieren. Die Vermeidung von Erotik und Begehren ist eines der Gestaltungsprinzipien von religiösen Kleiderordnungen. Der Habit der Nonnen und Mönche, das Kopftuch der Musliminnen oder die Perücke der orthodoxen Jüdinnen gehen darauf zurück. Am anderen Ende der Skala bemüht man sich mit Reizwäsche, das Erotikpotential des Körpers zu entfalten.
Unabhängig von der Art der Verhüllung schaffen Kleider eine symbolische Ordnung, wenn sie die Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen signalisieren. Das gilt für die Uniformen der Polizei und der Armee, für die regionalen Trachten genauso wie für die halboffiziellen Dresscodes der globalisierten Geschäftswelt. Daher wird der Protest gegen den gesellschaftlichen Mainstream oft auch durch einen Verstoß gegen die Kleiderordnung ausgedrückt: in den 1960er Jahren durch Minirock und lange Haare, in den 1980ern durch Turnschuhe im Parlament.
Die Jugend ist immer besonders kreativ, wenn es darum geht, neue Stilformen zu bilden, wie es zum Beispiel die HipHoper oder die Skater getan haben. Sie prägten entsprechende Dresscodes, die von der Bekleidungsindustrie in neue Produktlinien umgesetzt wurden.
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