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19.11.2005
Schriftsteller mit Schreibmaschine. (Bild: AP Archiv) Schriftsteller mit Schreibmaschine. (Bild: AP Archiv)

Torschlusspanik

Von William Gaddis

Der Erzähler: ein alter Mann, ans Krankenlager gefesselt. Neben ihm stapelt sich die Vorarbeit zu seinem Werk über "die Rolle der Kunst und ihr Scheitern im Zeitalter kommerzieller Reproduzierbarkeit und Verwertung". Immer wieder greift er in sein aufgestapeltes Archiv, immer öfter greift er daneben, die herbeizitierten Autoren machen sich selbständig und fallen sich gegenseitig ins Wort.

Um das Chaos perfekt zu machen, sucht der Held selbst in komischer Verzweiflung nach der eigenen Identität. Er glaubt, einen Doppelgänger zu haben, der vor langer Zeit seine Gedanken gestohlen hat. Was ist überhaupt noch authentisch? Gaddis spielt auf
Thomas Bernhard und seinen Roman "Beton" an.

Übersetzung aus dem Amerikanischen:
Marcus Ingendaay
Komposition und Regie: Klaus Buhlert
Darsteller: Ignaz Kirchner
Produktion: DLF/BR/WDR 1999
Länge: 88'50

William Gaddis, 1922 in New York geboren, schrieb vier Romane. Er erhielt zweimal den "National Book Award". "Torschlusspanik", sein einziges Hörspiel, schrieb Gaddis für den Deutschlandfunk kurz vor seinem Tod 1998.


 
 

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