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11.02.2006
Regisseur Klaus Buhlert bei der Arbeit  (Bild: Deutschlandradio - Noel Tovia Matoff) Regisseur Klaus Buhlert bei der Arbeit (Bild: Deutschlandradio - Noel Tovia Matoff)

"Mosaik" ist das Hörspiel des Jahres

Interview mit Regisseur und Komponist Klaus Buhlert

Von Frank Olbert

Als einer der Wegbereiter der Avantgarde nach 1945 gilt Konrad Bayer heute. Als sich der ehemalige Bankangestellte im Jahr 1964 im Alter von nur 32 Jahren das Leben nahm, hielten die meisten Zeitgenossen nicht viel von seinem provokativen, sprachkritisch Montagetechniken ausprobierenden Werk. In seinem Hörspiel "Mosaik" hat Klaus Buhlert sich der Texte Bayers angenommen. Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat "Mosaik" nun zum Hörspiel des Jahres gekürt. Am 26. März wird das Hörspiel des Jahres im Literaturhaus Frankfurt vorgeführt. Mit Klaus Buhlert habe ich gesprochen.

Frank Olbert: Herr Buhlert, wie sind Sie auf Konrad Bayers Texte gekommen?

Klaus Buhlert: Konrad Bayer ist ein Autor, den ich schon sehr lange im Kopf habe, weil mir seine Art Poesie und Literatur zu generieren immer sehr gefallen hat. Man fängt an zu denken und bekommt eine Distanz zu dem, was die Heimat eines Autors oder Regisseurs oder Schauspielers ist: der Sprache. Mithilfe dieser Distanz kommt man aus Kreisbewegungen heraus und beginnt wieder die Idee, die man von der Realität hat zu hinterfragen.

Frank Olbert: Das Sprechen ist sehr wichtig für diese Art zu Schreiben. Es grenzt ans Kabarettistische. Eignen sich diese Texte dann auch besonders gut für das Hörspiel?

Klaus Buhlert: Es werden viel zu wenig absurde Texte im Hörspiel verarbeitet. Ich glaube, die Absurdität mit Musik gekoppelt ist für jemanden, der sich mit akustischen Räumen beschäftigt ein sehr starker Katalysator. So geht es auch mir und deshalb habe ich mich ausgesprochen gerne mit diesen Texten von Konrad Bayer befasst, wie zuvor schon mit Texten von Gertrude Stein und Raoul Schrott, um mit dieser Poesie einen Versuch zu starten, akustische Räume im Hörspiel zu schaffen.

Frank Olbert: Sie haben sich den Texten nicht nur als Regisseur, sondern auch als Komponist genähert. Wie sind Sie da vorgegangen?

Klaus Buhlert: Für mich war in diesem Fall der Text das Primäre. "Mosaik" ist ein hochmusikalischer Text. Es ist für jemanden, der sich mit Hörspielaufnahmen beschäftigt, beinahe Musik. Uns so habe ich versucht mit der Musik eine Polarität dieser anderen Welt zu schaffen, einer kalten, orchestralen Welt, in der die Menschen vereinzelt in einem Klischee leben und arbeiten müssen , wie das auch in einem Funkhaus sehr oft der Fall ist.


 
 

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