Eine fatale Situation: Sowohl von "Desperate Housewifes", als auch von David Lettermans beliebter Show sind in Ermangelung neuer Episoden nur Wiederholungen zu sehen. Es geht nicht voran mit Oliver Stones neuem Film "Pinkville", und auch Ron Howards "Angels and Demons" liegt auf Eis, denn die beteiligten Schauspieler haben noch Änderungswünsche ans Skript - und die amerikanischen Drehbuchautoren streiken.
Sie wollen an der Vermarktung ihrer Werke über Internet und auf DVD angemessen beteiligt werden. Ein Ziel, dass - wenn überhaupt - dann nur gemeinsam zu erreichen ist, auch wenn Autoren schon von der Art ihrer Arbeit her eher zu den Einzelkämpfern zählen - so wie die freischaffenden Hörspielregisseure. Diese überraschen nun hierzulande mit der Gründung eines Verbandes. Leonhard Koppelmann und Walter Adler gehören neben Ulrich Gerhardt, Oliver Sturm und Alexander Schuhmacher zum Vorstand des VDHR, des "Verbandes deutscher Hörspielregisseure". Herr
Meine Herren, Sie wollen jetzt doch wohl nicht auch streiken?
Adler: Wir wollen das Gegenteil. Alle die sich da zusammengeschlossen haben, haben eigentlich nur ein Interesse, nämlich möglichst viel und gut zu arbeiten. Wir befürchten aber, dass wir in Zukunft nicht mehr in dem Maße arbeiten können, in dem wir uns das wünschen und in dem das in der Vergangenheit möglich war. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir alleine da nicht weiterkommen.
Wie ist das Signal bei den Kollegen angekommen?
Koppelmann: Einhellig und positiv. Es fehlte uns ja auch bis dato eine Art Forum, in dem man auch ästhetische Diskussionen anstoßen kann oder sich über die Zukunftsfähigkeit unserer Arbeit Gedanken machen kann. Das, was bisher jeder für sich in seinem stillen Kämmerlein überlegte, hat jetzt eine Diskussionsbasis bekommen.
Was sind denn die Themen?
Koppelmann: Es gibt ein ganz zentrales Thema. Das ist die Überführung des Mediums in den nächsten technologischen Quantensprung. Wir erleben, dass die Internetfähigkeit von Stoffen eines der Hauptthemen auch bei den Programmverantwortlichen ist. Für uns ist die Frage: Wie wird sich das Hörspiel von dieser einen Distributionsform UKW, die ja regional gebunden ist, verändern hin zu einem On-Demand-Programm, das dann völlig entgrenzt überall zu erreichen ist. Wie verändert sich die Vergütungsstruktur, die ja jetzt ausgeht von Tarifen für die Wiederholung einer Produktion im selben Programm und für Übernahmen durch eine andere ARD-Anstalt. Im Moment ist es so, dass jeder versucht, alle Rechte für die Zukunft zu klären ohne Grenzen und Einschränkungen. Wenn dann einmal Fakten geschaffen sind, ist das für die Zukunft so festgeschrieben. Da müssen bestimmte Forderungen formuliert werden. Dafür ist ein Berufsverband da, um in einer Kooperation mit der Gewerkschaft "Verdi" in den Gesprächen überhaupt vorzukommen. Die Punkte sind im Moment die Online-Verwertung und die Zweitverwertung.
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