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05.11.2008
Freuen sich über den Pulitzer-Preis für ihre Berichterstattung über den Hurrikan Katrina: Mitarbeiter der "The Times-Picayune" aus New Orleans (Bild: AP) Freuen sich über den Pulitzer-Preis für ihre Berichterstattung über den Hurrikan Katrina: Mitarbeiter der "The Times-Picayune" aus New Orleans (Bild: AP)

"Das ist ein großer, historischer Moment"

Chefredakteur der "Times Picayune" im Bundesstaat Louisiana über Obamas Wahlsieg

Jim Amoss im Gespräch mit Friedbert Meurer

Jim Amoss, Chefredakteur der "Times Picayune" in New Orleans, Louisiana, beobachtet in seiner Stadt eine "triumphale Stimmung" - obwohl der Republikaner John McCain den Staat gewinnen konnte.

Friedbert Meurer: Wir wollen jetzt einmal einen Sprung in die Südstaaten machen, genauer gesagt nach New Orleans im Bundesstaat Louisiana. Dort begrüße ich Jim Amoss. Er ist Chefredakteur der Zeitung "The Times Picayune". Ich sage einen ganz herzlichen guten Morgen nach New Orleans, Herr Amoss.

Jim Amoss: Guten Morgen!

Meurer: Wie ist denn bei Ihnen in New Orleans und in Louisiana die Wahl ausgegangen? Louisiana ist ja ein Staat, der eigentlich den Republikanern zugeneigt ist. Wie ist die Wahl ausgegangen bei Ihnen in dem Bundesstaat ausgegangen?

Amoss: McCain hat auch dieses Mal als Republikaner in Louisiana gewonnen. Louisiana liegt ja im Zentrum des alten Südens und galt in dieser Wahl als ziemlich verlässlich republikanisch, war auf der Karte mit dem republikanischen Rot markiert, obwohl das Rot in den letzten paar Wochen ein bisschen auf Rosa verblasst ist. Aber andererseits muss man noch dazu sagen, dass die demokratische Senatorin aus Louisiana wiedergewählt wurde, und das ist natürlich für den Kongress für die demokratische Seite sehr wichtig gewesen.

Meurer: Nun erinnern wir uns natürlich an diese schreckliche Katastrophe, Herr Amoss, vor ungefähr drei Jahren: der Hurrikan Katrina, der Ihre Stadt verwüstet und zerstört hat. Welchen Einfluss hat dieses Ereignis Katrina auf den Ausgang der Wahl Ihrer Ansicht nach gehabt?

Amoss: Der größte Einfluss meines Erachtens lag darin, dass Katrina der Beginn des Endes vom Ende von Bush war. Das Versagen der Regierung Bush wurde dem amerikanischen Volk besonders deutlich durch Katrina. Aber andererseits muss man auch sagen, dass Katrina kaum im Laufe des Wahlkampfs von beiden Kandidaten erwähnt wurde. Es war einfach nicht politisch von Vorteil, weder für McCain noch für Obama.

Meurer: Ein Drittel der Bevölkerung in Ihrem Bundesstaat, in Louisiana, Jim Amoss, ist schwarz, gehört zur Minderheit der Afroamerikaner. Wie sehr hat die Hautfarbe des Kandidaten Obama bei Ihnen in New Orleans und Louisiana eine Rolle gespielt?

Amoss: Ich würde sagen, dass er von fast 100 Prozent der schwarzen Bevölkerung unterstützt wurde, aber auch innerhalb der Stadt New Orleans, die eine ziemlich liberale Stadt ist, auch unter der weißen Bevölkerung ziemlich stark unterstützt wurde. Im Rest des Staates ist eher eine viel konservativere Bevölkerung und deswegen hat auch McCain statt Obama in Louisiana gewonnen.

Meurer: Auch wenn John McCain in Louisiana gewonnen hat, das hat ihm nicht geholfen, die Wahl insgesamt zu gewinnen. Der nächste US-Präsident heißt Barack Obama. Wie ist die Stimmung bei Ihnen in New Orleans? Was tut sich bei Ihnen?

Amoss: Ich habe es schon heute Früh gesehen, als ich um 6 Uhr morgens an meinem Wahllokal ankam. Es öffnete erst um 6 und es kam schon eine Riesen Schlange von Menschen. Ich habe es noch nie so gesehen. Fast 200 Menschen, weiße und schwarze, standen dort. Jetzt, heute Abend, ist schon eine triumphale Stimmung besonders in den schwarzen Teilen der Stadt und es wird viel gefeiert, Jazz-Musik auf der Straße. Das ist ein großer historischer Moment und das wird auch hier anerkannt.

Meurer: Schönen Dank, Jim Amoss, nach New Orleans. Danke schön, dass Sie sich an unserer Sendung hier beteiligt haben.


 
 

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