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JUNI 41

SENDUNG VOM 22.06.2001

Jewgenija Kazew

Armeedolmetscherin

Der 22. Juni 1941, der Tag des deutschen Überfalls ist für die Menschen in der ehemaligen Sowjetunion bis heute ein schwarzer Tag. Die Erinnerung an den Krieg, an Entbehrungen, Leid und Schmerz hat sich tief eingegraben ins Bewusstsein der Überlebenden. Und trotzdem lagen in all dem Schlimmen, das die Menschen mitgemacht haben, manchmal auch die Wurzeln für eine hoffnungsvollere Zukunft. Ein Beispiel dafür haben wir ans Ende unserer Sendereihe gestellt: Jewgenija Kazewa war als Studentin Dolmetscherin bei den sowjetischen Streitkräften. Nach dem Krieg hat sie sich einen Namen gemacht als Übersetzerin der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren ins Russische. Sabine Adler hat sie in Moskau besucht.

Juni 41 · 22.06.2001

 
 

SENDUNG VOM 21.06.2001

Eddie Rosner

Jazz-Trompeter und Bandleader

Diejenigen, die ihn noch kannten, sind bis heute von ihm fasziniert, obwohl er schon vor einem Viertel-Jahrhundert gestorben ist. Eduard Adolf Rosner, bis 1933 nannte er sich Adi, danach Eddie, Jazz-Trompeter und Bandleader, Sohn eines jüdischen Kaufmanns, geboren 1910 in Berlin. [...]

Juni 41 · 21.06.2001

 
 

SENDUNG VOM 20.06.2001

Jaroslaw Truschnowitsch

Veteran der Wlassow-Armee

Jaroslaw Truschnowitsch war ein Wlassow-Soldat, benannt nach jenem sowjetischen Generals Wlassow, der 1942 auch die Seite gewechselt hatte, aus Enttäuschung über die aus seiner Sicht dilettantische Kriegsführung Stalins. Denn der habe die Rote Armee in militärisch sinnlosen Unternehmen verheizt. Unter dem Namen des populären Generals versammelten sich mehrere Tausend sowjetische Kriegsgefangene, die auf diese Weise den Hungerlagern der Deutschen entgingen. Sie kämpften fortan in deutschen Uniformen und mit deutschen Waffen gegen Stalins Regime. Einer von ihnen war Jaroslaw Truschnowitsch.

Juni 41 · 20.06.2001

 
 

SENDUNG VOM 19.06.2001

Gerhard Dengler

Ein Wehrmachts-Offizier läuft über

Gerhard Dengler, Offizier der Wehrmacht, war vom ersten Kriegstag an für Hitlers Armee ein zuverlässiger und hoch dekorierter Führer einer Geschützbatterie. Bis zum Kessel von Stalingrad. Das Leid, das er dort erlebt, und die Verantwortung für seine ihm untergebenen 400 Soldaten bringen Dengler zu einem unerhörten Schritt: Er meldet sich und seine Truppe bei Generaloberst Paulus ab und läuft Ende Januar 1943 zu den Sowjets über. Im Gefangenenlager wird Dengler zum Kommunist. Er tritt dem von Walter Ulbricht geleiteten Nationalkomitee Freies Deutschland bei. Bis zum Kriegsende betreibt er in ihm kommunistische Propaganda gegen Hitler.

Juni 41 · 19.06.2001

 
 

SENDUNG VOM 18.06.2001

Ruth Werner

Spionin der Roten Armee

Als Kommunistin und Agentin war sie zur Verschwiegenheit verpflichtet. Nach der Veröffentlichung ihrer Memoiren 1977 wurde sie aber in der DDR geradezu populär: Ruth Werner, die vielleicht erfolgreichste Kundschafterin der Sowjetunion im zweiten Weltkrieg. Sie gehörte zum Umkreis der Roten Kapelle, zu jenem Agentennetz, das Stalin rechtzeitig über den geplanten Überfall der Deutschen Wehrmacht informierte - was dieser freilich nicht wahrhaben wollte.

Juni 41 · 18.06.2001

 
 

SENDUNG VOM 16.06.2001

Rolf Biedlingmaier

Ein Kaukasus-Deutscher erinnert sich

Persische, mongolische, russische Eroberer - sie alle hinterließen ihre Spuren in den Tälern, Schluchten und Hochebenen Georgiens. Die Trauer um Verschleppte, Vermisste und Gefallene hat sich in vielen Liedern der Kaukasusvölker verewigt, ist weitergegeben worden an die nachwachsenden Generationen. Die biblisch-archaische Klage um den verlorenen Sohn hat dort ihren stets wiederkehrenden, festen Platz eingenommen.

Juni 41 · 16.06.2001

 

Der im sowjetischen Exil lebende österreichische Kommunist Ernst Fischer ist gerade zur Kur auf der Krim und vermutet hinter dem Donnergrollen ein Gewitter. Die Berlinerin Ruth Andreas-Friedrich denkt auf Anhieb an den Einmarsch Napoleons in Russland, der auf den Tag genau 129 Jahre zurückliegt. Thomas Mann notiert in Kalifornien in seinem Tagebuch: "Ende des sowjetischen Pazifismus". In Moskau sitzt Ilja Ehrenburg vor dem Radio und wartet auf eine Rede Stalins. Aber statt seiner spricht Molotow.


Der 22. Juni 1941, das war der tiefe Schnitt in die Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion und in die Biographien von Millionen Menschen auf beiden Seiten der Front. In diesem Juni ist es genau 60 Jahre her, dass das nationalsozialistische Deutschland den trügerischen Frieden des Hitler-Stalin-Pakts brach und in die Sowjetunion einfiel.


Es ist keiner der klassischen Jahrestage - 25, 50 oder 75. Dennoch wird der Deutschlandfunk diesen nicht ganz runden Jahrestag zum Anlass nehmen, um den Krieg gegen die Sowjetunion aus der Sicht beider Seiten zu thematisieren. Denn dies ist vielleicht eine der letzten Gelegenheiten, Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen. Das Deutsch-russische Museum in Berlin-Karlshorst hat mit Blick auf den 22. Juni eine Ausstellung vorbereitet. Unter dem Titel "Juni 41 - der tiefe Schnitt" werden darin rund 30 Lebensgeschichten dokumentiert in ihrer Beziehung zum deutsch-sowjetischen Krieg: Deutsche und Russen, Verstorbene und noch Lebende, Prominente und Unbekannte. Aus diesem Material hat die Zeitfunk-Redaktion im Deutschlandfunk elf Fälle ausgewählt, die in hörfunkgerechte Portraits umgesetzt wurden. Wichtigstes Kriterium: Diese elf Portraits sollten möglichst viele Facetten des Krieges abdecken. Und es interessierten bei der Auswahl nicht die Prominenten, die ihre Geschichte schon ganz oft erzählt haben, sondern die weniger bekannten Leute. Zum Beispiel Jewgenija Kazewa. Sie war einst Armeedolmetscherin, blieb nach dem Krieg als Kulturoffizier in der DDR und machte sich später einen Namen als die Übersetzerin von Grass, Frisch und Böll ins Russische. Oder als Vertreter der Täter der Staatsekretär Herbert Backe, ein gebürtiger Russlanddeutscher und typischer Vertreter der "Zweiten Reihe" im NS-Regime: ebenso effizient und brillant wie fanatisch. Oder als einer von Vielen, die schuldlos ins Räderwerk gerieten, der Jazz-Trompeter Eddie Rosner, der in den 20er Jahren zu Beginn seiner Karriere in Berlin als weißer Louis Armstrong galt und vor Hitler erst nach Warschau und dann nach Minsk und Moskau auswich. Nach einigen Jahren Gulag-Haft und weiteren Jahren in Moskau kehrte er gegen Ende seines Lebens Mitte der 70er Jahre nach Berlin zurück.



Peter Lange, Redaktion Zeitfunk

Die Sendereihe entstand in Kooperation mit dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst.

 

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